Ein Reisebericht von:
Safari wangu, Reiseberichte und Infos


Text Jörg, Fotos Petra und Jörg Reinecke (digital)

Am Ufer des Ol Are Orok Rivers, unterwegs in der Masai Mara


Erfüllte Träume in der Masai Mara und große und kleine schwarze Raubkatzen auf Beutesuche
- Unsere Safaris in die Masai Mara, ins Hochland von Laikipia und in das Lumo Conservancy im Tsavo Gebiet -
- Februar bis April 2026 / Teil I -




Ankunft in Nairobi und katzenreiche Tage in der Masai Mara
Ich war alles andere als ausgeruht, als wir in Nairobi im Eshborn House mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages aufwachten. Bei der Anreise hatte es im Bauchraum mehr als nur ein wenig gezwickt und wir mussten davon ausgehen, dass mich wieder einmal Nierensteine plagten.
"Willst du wirklich so in die Masai Mara starten? Du willst doch nicht noch einmal in Talek ins Hospital, oder?", fragte mich Petra eindringlich beim Frühstück.
"Geht schon, viel trinken, ein bisschen Bewegung und ein, zwei Tabletten, dann geht das schon!", antwortete ich zuversichtlich und trank meine bis dahin vierte Tasse Tee, wobei ich mit der letzten Tasse auch zwei starke Schmerztabletten hinunterspülte.
"Ist schon besser als gestern, ich werde das Ding bestimmt wieder alleine los!" Bis die Tabletten anschlugen, litt ich noch ein wenig vor mich hin, dann setzte Entspannung ein und wir fuhren erst einmal mit "unserem" Land Cruiser zum Sunworld-Büro, um unsere restliche Safariausrüstung aufzunehmen.

Nairobi Eshborn house, B&B

Eshborn House B&B - Nairobi
Eshborn House B&B - Nairobi Eshborn House B&B - Nairobi



Neben Gaby und Dave, den Besitzern von Sunworld Safaris, gab es viele Mitarbeiter und vertraute Menschen zu begrüßen und eigentlich an jeder Ecke irgendetwas zu erzählen oder auszutauschen. Und so dauerte es wieder einmal etwas länger, bis wir unsere Ausrüstung, Kisten, Tisch und Stühle im Land Cruiser verstaut hatten. Irgendwann waren wir dann aber startklar und fuhren los in Richtung Masai Mara. Der Himmel war fast wolkenlos, es war schnell angenehm warm geworden und der oft chaotische Straßenverkehr hielt sich in Grenzen, so dass wir die hektische Hauptstadt Kenias schnell hinter uns lassen konnten. Nach wie vor nutzten wir die traditionelle Verbindung und fuhren zunächst in Richtung Nakuru, bogen später in Richtung Mai Mahiu ab und dort dann in Richtung Narok. Ab Mai Mahiu mussten wir leider feststellen, dass die eigentlich neue Asphaltstraße seit unserer letzten Fahrt in die Mara stark gelitten hatte und es wieder viele größere und kleinere Schlaglöcher in der Straße gab. Dennoch kamen wir recht zügig voran und fuhren zumindest bis Narok durch eine recht trockene, staubige und sehr vertraute Landschaft.

In Narok tankten wir dieses Mal nicht nur den Land Cruiser noch einmal randvoll mit Diesel, sondern nutzten auch den neuen Quick Market für einen ersten Einkauf, um Getränke, Zigaretten und ein paar Snacks einzukaufen. Vor allem verschaffte ich mir einen Überblick, ob der Markt für einen größeren Einkauf auf unserer Rückfahrt geeignet war.
"Das passt, alles ein bisschen teurer als in Nairobi, aber alles, was wir brauchen, steht in den Regalen. Vier Tage Selbstversorgung sollten kein matata sein!" erklärte ich Petra, als ich wieder aus dem Einkaufsladen kam und wir weiterfuhren. Zeitdruck hatten wir für die Anreise in die Masai Mara nicht, unser erstes Ziel war das Aruba Camp am Rande von Talek. Für die Anfahrt zum Camp war es nicht notwendig, in das eigentliche Reservat einzufahren. Da wir wegen der gestiegenen Parkgebühren schon seit einiger Zeit auf die Pirschfahrt am Anreisetag verzichtet hatten, hatten wir alle Zeit der Welt. Allerdings waren die Zeiten von guter Wildbeobachtung zwischen Narok und Sekenani auch schon Geschichte. Hatten wir früher schon erste Zebraherden, verschiedene Antilopen und Giraffen beobachten können, waren wir jetzt froh, wenn wir mal ein vereinzeltes Zebra oder eine Grant-Gazelle sahen. Zu groß waren die Masai-Siedlungen am Rande der Piste geworden, zu viele Zäune waren gezogen worden, zu groß waren die Viehherden geworden. Der Platz für wilde Tiere hatte sich verkleinert, alte Tierpfade und Routen hatten sich verändert. Dass die Straße zum Sekenani Gate nun seit mehreren Jahren asphaltiert war, machte zwar die Anfahrt zum ersten Mara-Gate etwas einfacher und schneller, aber unser Safarifeeling beflügelte die neue Straße nicht! Wo wir früher staubiger, holpriger Piste an den Hütten und Viehherden der Masai vorbeigerollt waren, flogen wir nun auf inzwischen wieder schlechter, schwarzer Teerstraße der Mara entgegen.
Nach kaum mehr als 5 Stunden Fahrtzeit hatten wir den immer größer werdenden Ort Sekenani erreicht und waren nicht wirklich verblüfft, als wir am Ortseingang den Neubau einer Einkaufsmeile erspähten. "Sekenani Mall" stand über dem nicht wirklich in die Wildnis der Mara passenden Neubau und gleich daneben in noch größeren Lettern: I love Masai Mara! Na ja, noch war es tatsächlich so, wir liebten die Masai Mara!

Mara Sekenani Mall

Mara Sekenani Mall


Noch mehr liebten wir es, mitten in Sekenani endlich die asphaltierte Straße zu verlassen und auf der Bushpiste in Richtung Talek zu fahren. Kaum hatten wir die letzten Gebäude hinter uns gelassen, genossen wir den Weitblick in das Mara-Reservat. Aber so sehr wir uns auch bemühten, Wild sahen wir zunächst keines. Nach einer Weile entdeckten wir in großer Entfernung ein paar Kaffernbüffel und sahen erste Zebras. Die erwartete erste Wildbeobachtung am Pistenrand blieb aus und so erreichten wir ohne einen Zwischenstopp den kleinen Ort Talek. Zwar war auch Talek in den letzten Jahren immer größer geworden und neben verschiedenen richtigen Tankstellen gab es eine Bank, einen Safaricom-Shop, kleinere Hotels und auch immer mehr Einkaufsmöglichkeiten. Bars, Werkstätten und unzählige Autowäscher und verschiedene Camps am Rande des Dorfes hatte es schon immer gegeben. Auch das von uns ausgesuchte Aruba Mara Camp zählte zu diesen, gefühlt schon immer dagewesenen, Camps. Gerade wollte ich zum Aruba-Camp abbiegen, da entdeckte ich auf der Piste unser erstes, greifbares Wildtier. Vor uns auf der Piste lief ein leuchtend grünes, kleines Lappenchamäleon Natürlich stoppte ich sofort, um dem kleinen Kerl sicher über die Piste zu helfen und gleichzeitig unsere Begegnung im Bild festzuhalten!
"Cooler Start!", freute ich mich, als ich wieder in den Land Cruiser stieg. Wenige Minuten später erreichten wir das Aruba-Camp und wurden freudig begrüßt.

Lappenchamaeleon

Lappenchamaeleon

Lappenchamaeleon



Nach dem kühlen Begrüßungsdrink und vielen Umarmungen mit alten Bekannten waren wir gespannt, welches Zelt Peter für uns bereitgehalten hatte, und waren total überrascht, als man uns eines der neu aufgebauten Cottages anbot. Ein Cottage anstatt eines Zeltes, ging es mir durch den Kopf? Aber nachdem wir das großzügige Platzangebot und die geräumige Terrasse erst einmal gesehen hatten, waren wir mehr als zufrieden mit unserer Wahl! Noch bevor wir richtig eingezogen waren, gönnten wir uns ein kaltes Tusker-Bier auf unserer Terrasse, richteten uns dann im Cottage ein und schlenderten anschließend mit einem eisgekühlten Gin & Tonic runter zum Talek River. Die letzte große Flut am Talek hatte vor gut einem Jahr das Aruba-Camp fast vollständig zerstört und gleichzeitig den Flusslauf etwas verändert! Wollte man der Flut etwas Positives abgewinnen, dann war es die neu entstandene Sandbank am Aruba Camp, die uns nun die Möglichkeit für einen Sundowner am Talek bot! Die manchmal anwesenden Flusspferde im Talek River hatten sich aktuell in etwas tieferes Wasser zurückgezogen und so waren wir alleine am Fluss und genossen unseren Drink und den Sonnenuntergang! Nach Einbruch der Dämmerung und einer heißen Dusche gingen wir hoch zum neuen Restaurant und ließen uns mit einem leckeren Dinner verwöhnen!

Aruba Mara Camp - Talek - Masai Mara Aruba Mara Camp - Talek - Masai Mara

Aruba Mara Camp - Talek - Masai Mara

Aruba Mara Camp - Talek - Masai Mara
Aruba Mara Camp - Talek - Masai Mara Aruba Mara Camp - Talek - Masai Mara

Aruba Mara Camp - Talek - Masai Mara



Am nächsten Morgen waren wir wie gewohnt früh auf den Beinen, vermissten allerdings unseren "Wake-up-Call" und noch viel mehr unseren heißen Tee. Irgendwie hatte man uns in unserer Ecke im Cottage vergessen. Vielleicht hatte der morgendliche Regen den Zeitplan im Camp etwas durcheinandergebracht?
"Sorry, sorry Jorg, I´m a bit late today!" entschuldigte sich unser Room-Steward mehrfach,als ich an ihm vorbeilief, um unser gepacktes Frühstück aus der Küche abzuholen und nach dem Tee zu fragen. Petra hatte währenddessen schon einmal Kameras und andere Ausrüstungsgegenstände im Land Cruiser verstaut. Etwas verspätet standen wir gegen 06:30 Uhr am nahen Talek Gate und erledigten die notwendigen Eintrittsrituale bzw. bezahlten die Parkgebühren für die nächsten Tage. Als wir anschließend in das Reservat einfuhren, zeigte sich trotz einiger Regenwolken die Sonne hinter den Hügeln und bescherte uns einen schönen Sonnenaufgang. Vereinzelt sahen wir Wild in der Fig-Tee-Ebene stehen, aber unser Ziel waren die Grasflächen im Rongai-River-Gebiet. Dort wollten wir nach den drei Rongai-Männchen und vor allem nach den fünf als Nomaden durch das Reservat ziehenden jungen Rongai-Männchen (R5) sowie den Weibchen und den subadulten Jungen suchen. Sowohl die jungen Männchen als auch die Weibchen mit ihrem halbwüchsigen Nachwuchs waren in den letzten Monaten immer öfter bei der Büffeljagd beobachtet worden! Mindestens eine erfolgreiche Büffeljagd wollten wir dieses Mal in der Mara, am liebsten vom Anfang bis zum bitteren Ende, miterleben. Wenn wir uns jetzt das hohe, grüne Gras der Mara ansahen, mussten wir uns eingestehen, dass wir ein hochgestecktes Ziel hatten. In den bisher durchfahrenen Savannenabschnitten der Mara, stand die Vegetation so hoch, das man selbst einen stehenden Löwen nur schwer entdecken konnte. Ganz abgesehen davon, dass aufgrund der recht ordentlichen Regenfälle der vergangenen 2 Wochen viele Pisten und vor allem kleinere Bachüberquerungen nur schwer befahrbar waren. Weshalb wir uns zunächst an die Hauptpisten hielten, um uns wie immer am ersten Tag erst einmal einen Überblick über Pistenverhältnisse, Wildbewegungen und Wasserstände zu machen. Zunächst aber regnete es erst einmal ein bisschen und die Regentropfen an den Scheiben erschwerten die Sicht zusätzlich.
Kaum hatten wir, bei inzwischen wieder strahlendem Sonnenschein, das Rongai-Gebiet erreicht und die Allwetterpiste gegen eine trockene Sandpiste eingetauscht, entdeckten wir die ersten Löwen. Drei Weibchen, die wir aktuell noch nicht zuordnen können, schienen in der Nacht oder am frühen Morgen erfolgreich gejagt zu haben und kehrten nun, wohin auch immer, zurück. Ihre Bäuche voll, das Fell vom Regen noch nass und leichte Blutspuren im Gesicht, liefen die drei Raubkatzen auf der Piste in Richtung Südosten (Keekorok-Gebiet). Wir folgten ihnen zunächst eine Weile und drehten dann ab, um nach dem vermeintlichen Kill zu suchen. In der Hoffnung, dort weitere Löwen zu finden, nutzten wir jede verfügbare Piste und durchstreiften das nahe Umfeld. Weitere Löwen fanden wir nicht und als wir uns wieder auf die gut zu verfolgende Fährte der drei Weibchen machten, fanden wir diese, kaum erkennbar im hohen Gras, zwischen einigen Büschen wieder. Wir waren uns sicher, diese Löwen waren satt.

Sonnenaufgang in der Masai Mara
Streifen- oder Zwergrötelschwalbe Graumantelwürger

Löwinnen nach der Jagd

Löwinnen nach der Jagd

Löwinnen nach der Jagd

Löwinnen nach der Jagd



Unsere weitere Pirschfahrt brachte uns zunächst keine weiteren Katzen, aber wir begegneten einigen alten Kaffernbüffel-Männchen, einer größeren Warzenschweinfamilie, ersten Impalas sowie Wasserböcken und verbrachten einige Zeit mit einer durch das Grasmeer ziehenden Elefantenfamilie, mit recht vielen Babys. Insgesamt sahen wir tatsächlich eher wenig Wild, In erster Linie fuhren wir durch viel, viel grüne Landschaft mit einigen Vögeln. Dann tauchte plötzlich im hohen, trockenen Gras der Rücken einer Löwin auf, kaum erkennbar zog die Raubkatze durch das Grasmeer. Stoppte hin und wieder und sah sich um. Wenig später entdeckten wir weitere, jüngere Löwen. Hatten wir das gesuchte Rongai Rudel gefunden? Wir wussten es nicht und sollten es auch noch nicht heraus bekommen. Die Löwen zogen von der Piste weg und waren aufgrund des Geländes für uns nicht erreichbar. Enttäuscht fuhr ich weiter und suchte gegen 11:00 Uhr, und damit wieder einmal viel zu spät nach einer Akazie. Einer Akazie, um die herum das Gras übersichtlich kurz war.
"Ich dachte schon, ich bekomme heute gar kein Frühstück mehr! Und das, obwohl noch gar nichts los ist!", beschwerte sich Petra zu Recht, während wir Tisch, Stühle und die Frühstücksbox ausluden.
"Dafür ist es jetzt aber umso schöner und ruhiger!", zeigte ich mit ausgestrecktem Arm in die Landschaft und beschrieb einen Halbkreis.
"So lange, wie es dauert!", grinste Petra und zeigte in die entgegengesetzte Richtung, aus der im selben Moment ein Land Cruiser auf unseren einsamen Frühstücksplatz zugerollt kam.
"Täuscht das oder fährt der mit einem platten Reifen?" fuhr Petra fort, als der Wagen immer näher kam.
"Nö, der hat 'nen Platten; jetzt bin ich mal gespannt." sah ich Petra fragend an, als der nicht mehr ganz neue Land Cruiser stoppte.
"Are you ok?", fragte ich obligatorisch, obwohl ich ja eigentlich wusste, dass sie nicht ok waren.
"Sorry, we have a puncher, can you help us out with a jack? Do you have a jack and a spanner with you?", sah mich der junge Masai-Fahrer fragend an.
"Yes, of course!", ging ich zurück zu unserem Land Cruiser und öffnete die Hecktür.
"Come and take it!", zeigte ich in den Wagen, auf den großen, roten Highlifter, während ich das Radkreuz aus dem Auto nahm und ebenfalls überreichte. Sichtlich erleichtert baute der Masai den Wagenheber aus unserm Fahrzeug aus und fing anschließend an, den platten Reifen zu wechseln. Die ungewöhnlichen Safarigäste des Masai stammten aus Somalia und trauten sich zunächst nicht aus dem Fahrzeug. Nach einer Weile erschienen sie allerdings an unserem Frühstücksplatz und fragten:
"Is it ok, if we sit here?"
"Na toll!", freute sich Petra.
"Is der einzige Schattenplatz weit und breit, soll ich sie vertreiben?" sah ich Petra fragend an.
"Nee, aber trotzdem doof!", schlürfte Petra an ihrem Tee. Zumindest hatten die Somalis gefragt und sich dann auch so hingesetzt, dass ein wenig Privatsphäre für uns übrig blieb. Ein romantisches Bushfrühstück war es allerdings nun nicht mehr! Dafür erfuhr ich aber, dass sich das Rongai-Löwenrudel im Ishara-Gebiet am Talek aufhalten sollte und am Morgen aus dem Ol-Kiombo-Gebiet über den Fluss gekommen war Außerdem sollten sich ganz in unserer Nähe Löwenmännchen aufhalten. Nachdem wir gefrühstückt und der Masai seinen Reifengewechselt hatte, fuhren wir zu nächst gemeinsam los um nach den Löwenmännchen zu suchen. Dort wo der Masai sie vermutete konnten wir sie nicht entdecken, aber da die Schattenplätze in der Region recht rar waren, brauchte ich nicht lange um zumindest drei der gesuchten Löwen zu finden. Vollgefressen lagen die jungen Männchen unter einem dichten Bush und schliefen. Viel war von ihnen nicht zu erkennen, dafür konnte man sie riechen. Vermutlich waren sie in den Kadaver einer größeren Beute gekrochen und bisher zu faul gewesenen sich zu reinigen. Zumindest stieg aus den Büschen ein übler Geruch zu uns nach oben in das Fahrzeug. "Die rühren sich so schnell nicht mehr!", sagte ich und fuhr nach kurzer Zeit weiter, so dass sich auch die Wege für uns und den Masai hier trennten. Wortlos zog jeder weiter.

Kaffernbüffel

Warzenschwein
Warzenschwein Warzenschwein

Impalas

Wasserbock

Elefanten neben dem Land Cruiser

Elefanten neben dem Land Cruiser

Elefanten neben dem Land Cruiser

Elefanten neben dem Land Cruiser

Elefanten neben dem Land Cruiser

Elefanten neben dem Land Cruiser

Kuhreiher im Flug
Wanderfalke Ohrengeier

hohes Gras in der Masai Mara

Rongai Löwin

Frühstück im Bush, Bushbreakfast in der Masai Mara
Frühstück im Bush, Bushbreakfast in der Masai Mara Frühstück im Bush, Bushbreakfast in der Masai Mara
Frühstück im Bush, Bushbreakfast in der Masai Mara

Löwen Männchen, Masai Mara

Löwen Männchen, Masai Mara



Wir steuerten dem Talek entgegen, wo wir im Ishara-Gebiet erneut nach dem Rongai-Löwenrudel suchen wollten. Dort, wo wir vor dem Frühstück die Löwen im hohen Gras verloren hatten. Eine der wenigen befahrbaren Pisten bis in die Nähe des Talek Rivers, war die Zufahrt zum Ishara Camp, diese hatte zwar rechts und links tiefe, schlammige Gräben, aber sie ermöglichte uns, möglichst nah an das Gebiet heran zu kommen, wo wir die Löwen aus den Augen verloren hatten. Angestrengt suchten wir im hohen Gras nach Ohren, Schwänzen und sonstigen Hinweisen auf die Raubkatzen, als wir sie plötzlich vor uns hatten. Das Rudel hatte uns die Suche leicht gemacht und sich unter der Sundowner-Akazie direkt neben einer gut gefüllten Wasserstelle in den Schatten gelegt. Wir zählten zunächst 13 Löwen, es waren mindestens 3 erwachsene Löwinnen, 5 junge Männchen und 5 junge Weibchen. Faul, aber nicht unbedingt satt lagen die Raubkatzen, Körper and Körper, im Schatten des Baumes. Sahen sich aber hin und wieder auch neugierig oder hungrig in der Umgebung nach Beute um, wobei besonders die jungen Männchen immer mal wieder den Schattenplatz verließen. Bis sie dann doch irgendwann der Mittagshitze erlagen und alle umfielen, um zu schlafen. Selbst schlafend waren die vielen Löwen ein beeindruckender Anblick. Im Wasserloch hinter den Löwen dösten einige Flusspferde im Wasser und strahlten ebenfalls eine entspannte Stimmung aus. Grund Genug für uns, zunächst weiterzuziehen.

Mara, Rongai Löwenrudel

Mara, Rongai Löwenrudel

Mara, Rongai Löwenrudel

Mara, Rongai Löwenrudel
Mara, Rongai Löwenrudel Mara, Rongai Löwenrudel

Mara, Rongai Löwenrudel

Mara, Rongai Löwenrudel

Mara, Rongai Löwenrudel


Während wir bei den Löwen gestanden hatten, bekamen wir von einer Freundin einen Insidertipp: Im Ol-Kiombo-Gebiet sollten sich sowohl ein Gepardenmännchen als auch ein Weibchen aufhalten.
Bis zum Rekero Crossing über bzw. durch den Talekfluss war es nicht weit und so fuhren wir via Rekero Crossing erst durch den Talek und wenig später am Smelling Crossing durch den Ol Are Ork River, wo uns einige Masai-Giraffen bei der Durchfahrt zusahen. Beide Flussdurchquerungen waren gut und einfach passierbar, so dass wir nach kurzer Zeit auf der Ol-Kiombo-Seite waren. Hier, wo die Masai-Hirten, wenn auch nicht legal, immer wieder mit ihren Rindern tief in das Reservat eindrangen, war das Gras deutlich kürzer als auf der anderen Seite des Flusses. Dennoch waren auch hier die Grasflächen nicht gerade von Wild überlaufen. Aber es war eben wesentlich einfacher, das Gelände und die Wildnis nach Wild abzusuchen. Da wir immer noch in der heißen Mittagszeit unterwegs waren, machte es Sinn, jeden Baum und jeden größeren Strauch anzufahren und in seinem Schatten nach den Geparden zu suchen. Und tatsächlich, nach gut einer Stunde hatten wir Glück und entdeckten die Gepardin Neema, versteckt an einem Busch liegend. Da sie nicht im Tiefschlaf war und mit erhobenem Kopf immer wieder die Umgebung sondierte, entschieden wir uns, abzuwarten, und positionierten uns in einiger Entfernung, um sie zu beobachten. Nach 45 Minuten brach sie auf, allerdings nur, um sich nach kurzer Zeit unter einen anderen Bush zu legen. Während sie von einem Schattenplatz zum nächsten gewechselt hatte, konnten wir sehen, dass sie immer noch ein wenig humpelte. Aber sie sah satt und gesund aus. Sollte sie auch sein, schließlich hatte sie sich vor wenigen Wochen erst gepaart. Gespannt bezogen auch wir wieder Stellung und warteten geduldig weiter.

Masai Giraffen


Cheetah, Gepard - Neema Cheetah, Gepard - Neema

Cheetah, Gepard - Neema

Cheetah, Gepard - Neema

Cheetah, Gepard - Neema

Cheetah, Gepard - Neema

Cheetah, Gepard - Neema



Kurze Zeit später wurde es spannend, nicht etwa, weil Neema sich wieder in Bewegung gesetzt hatte, sondern weil in einiger Entfernung der Land Cruiser auftauchte, dem wir am späten Vormittag mit unserem Wagenheber ausgeholfen hatten.
"Nee, das glaube ich jetzt nicht!", musste ich lachen.
"Was denn?" sah Petra mich erstaunt an und nahm mir das Fernglas aus der Hand. Dann musste auch sie lachen. "Ist zwar nicht wirklich lustig, aber zumindest komisch!", prustete ich und fuhr dann los. Der Land Cruiser mit den Somalis hatte erneut einen platten Reifen. Als wir die Gruppe, die inzwischen schon ratlos auf den Reifen blickend neben dem Land Cruiser stand, erreichten, blickten wir sofort in erleichterte Gesichter.
"Puncher again?", fragte ich und sprang aus dem Auto, um die Hecktür zu öffnen.
"Yes, bullshit!", fluchte der junge Masai und war schon dabei, unseren Hijack auszubauen.
"I will wait up there!", zeigte ich in die Richtung, in der die Gepardin unter einem Bush lag, und dann ließen wir die Fünf wieder alleine. Da Neema nicht wirklich aktiv war, beobachteten wir mehr die Somalis und ihren Fahrer als die Gepardin. Den Land Cruiser hatten sie inzwischen aufgebockt und auch den platten Reifen von der Radnabe gehoben, aber irgendetwas schien nicht zu stimmen. Zu zweit und auch zu dritt drückten sie an dem Reservereifen herum, dann fing einer von ihnen an, mit einem Gegenstand auf die Felge einzuprügeln.
"Irgendwie scheint der Reservereifen nicht auf die Nabe zu passen. Komm, lass uns runterfahren und nachsehen!", beschloss ich kurzerhand und startete den Motor unseres Land Cruisers. Als wir die Somalis erreichten, wurde immer noch am Reservereifen herumgewerkelt. Aber mir war auf den ersten Blick klar, dass diese Felge nicht auf die Radnabe passte.
"You can stop it, your spare tire has the wrong size!", beendete ich die Prozedur und sah in das völlig ratlose Gesicht des jungen Masai. Der arme Kerl war ganz sicher nicht der Besitzer des Wagens, sondern einfach nur ein unausgebildeter Masai, der vier Somalis durch die Wildnis der Mara schaukelte.
"And now?", fragte er mich. "I think you phone somebody in Talek and ask them to send another tire!", schlug ich vor.
"I do not know anybody in Talek!", antwortete der Masai und sah nun in mein verdutztes Gesicht.
"Where are you from!", fragte ich erstaunt.
"Sekenani!" war die kurze Antwort.
"Ups, that's far. But then call somebody in Sekenani!" erklärte ich,
"It's too far and it starts to get late! And I do not have credit on my phone!", wand sich der Fahrer. Als dann die Somalis, die während sie neben unserem Frühstückstisch gesessen hatten, alle vier an ihren Handys Musik gehört oder sonst irgendetwas gedaddelt hatten, auf einmal behaupteten, sie hätten ebenfalls kein Geld auf ihren Handys, bekam mein Geduldsfaden einen ersten Riss. "I do not have a good contact in Sekenani!", behauptete der Masai auf einmal und da war dann meine Geduld am Ende.
"Ok, now you change the tire again and put the punchert one on your car. The jack goes back in my car! Here is a mobile number from a friend of mine in Talek. He will give you a contact to a garage or will send help!" gab ich ihm die Handynummer von Peter vom Aruba Camp.
"I´m sure one of your guests has a working mobile for you!" und so war es dann auch, einer der Somalis reichte dem Masai sein Handy, während ein anderer sich an mich wandte:
"Will you come back and look for us if we are not rescued? It's very dangerous in the wilderness!" Sah er mich besorgt an.
"I´m sure somebody will pick you up or send a tire. Otherwise it is a real safari adventure to sleep a night in the car, out in the bush!" grinste ich ihn an und musste einsehen, dass er den Spruch nicht annähernd so lustig fand wie ich. Dennoch verabschiedeten wir uns und ich versprach, noch einmal nach ihnen zu sehen, bevor wir zum Camp fuhren.

Plattfuss in der Masai Mara Gepardin Neema, Cheetah



Da die Gepardin immer noch in ihrem Versteck lag und es nicht so aussah, als ob sie noch jagen wollte, entschieden wir uns, zurück zu den Rongai-Löwen zu fahren. Hier gab es mehrere hungrige Mitglieder. Außerdem waren genau diese Löwen ja auch unser erklärtes Safariziel. Wir fuhren, wie wir gekommen waren, und erreichten am späten Nachmittag wieder den Sundowner-Baum, unter dem das Rudel gelegen hatte. Nur war leider kein Löwe mehr zu sehen. Noch kurz bevor wir aufgebrochen waren, hatte ich mit dem Fernglas zumindest einen Großteil der Löwen noch neben dem Baum liegen sehen. Denn Neema hatte sich im Prinzip genau gegenüber auf der anderen Flussseite aufgehalten. Weit konnte das Rudel also vermutlich noch nicht sein. Oben aus der Dachluke heraus suchten wir die Umgebung nach den Löwen ab und dann entdeckte ich drei der Raubkatzen. Kaum sichtbar zogen sie durch das hohe Gras. Die einzige Fahrspur, die in ihre Richtung führte, endete nach wenigen hundert Metern in einem einzigen Schlammloch. Ich suchte noch kurz nach einer Alternative, musste dann aber einsehen, dass wir an dieser Stelle den Löwen erneut nicht näherkommen konnten.
"Vielleicht von der anderen Seite aus!", sagte ich und wendete den Land Cruiser.
"Muss ja auch nicht gleich am ersten Tag im Schlamm enden, oder?", sah Petra mich erleichtert an, als wir zurück in Richtung einer festeren Piste fuhren. Ich versuchte, das Gebiet, wo wir die Löwen entdeckt hatten, weiträumig zu umfahren und von einer anderen Seite an die Tiere heranzukommen, aber jede Piste, die in Richtung Talek River führte, endete im weichen, schwarzen Morast der Mara. Da wir auch nirgendwo jagdbares Wild und schon gar keine Büffel auf dieser Seite des Flusses entdecken konnten, entschlossen wir uns nach einigem Hin und Her, die Löwen ziehen zu lassen und am nächsten Morgen wieder nach ihnen zu suchen. Wie versprochen sah ich noch einmal nach den Somalis und ihrem liegengebliebenen Land Cruiser, allerdings nur mit dem Fernglas! So sehr ich mich aber auch bemühte, von dem Land Cruiser war nichts mehr zu sehen. Da wir die Somalis genauso wenig wiederfinden konnten wie die Löwen, fuhren wir langsam zurück in Richtung Talek Gate. Unterwegs begegneten wir nicht nur einer Gruppe Tüpfelhyänen, sondern auch einem sich etwas merkwürdig verhaltenden alten Elefantenbullen.
"Onaniert der?", staunte Petra, als der Elefantenbulle seinen riesigen Penis zwischen seine Hinterbeine klemmt und diese hin und her rieb.
"Keine Ahnung, ich erfülle nicht die anatomischen Voraussetzungen, um es so auszuprobieren!", antwortete ich lachend und fuhr weiter.

Tüpfelhyänen in der Mara
Tüpfelhyänen in der Mara Tüpfelhyänen in der Mara

Elefantenbulle, Masai Mara
Elefantenbulle, Masai Mara Elefantenbulle, Masai Mara

Elefantenbulle, Masai Mara Elefantenbulle, Masai Mara

Elefantenbulle, Masai Mara


Kurz vor dem Gate entdeckten wir dann unerwartet viel Wild, wobei zwei ernsthaft streitende Topi-Bullen unsere besondere Aufmerksamkeit hatten. Immer wieder knallten ihre kräftigen Schädel mit den starken, kurzen Hörnern, lautstark aneinander. Immer wieder traten sie wenige Schritte zurück, um dann mit wuchtigen Sprüngen auf den Gegner zu prallen. Meist gingen sie bei ihren Zusammenstößen auf die Knie. Erdbrocken und Staub flogen durch die Luft, wenn sie sich mit ihren Hufen in den Boden stemmten. Nach einer für uns endlosen Zeit, war dann geklärt, wer der Stärkere war, und die unterlegene Antilope trabte unverletzt, aber deprimiert davon. Es war vermutlich einer der härtesten Topi Kämpfe, die wir bisher beobachtet hatten. Imponiert fuhren wir weiter in Richtung Camp.

Topis in der Masai Mara Impalas in der Masai Mara
Elenantilope Topi

Kämpfende Leiherantilopen in der Masai Mara - Topis

Kämpfende Leiherantilopen in der Masai Mara - Topis

Kämpfende Leiherantilopen in der Masai Mara - Topis

Kämpfende Leiherantilopen in der Masai Mara - Topis

Kämpfende Leiherantilopen in der Masai Mara - Topis

Kämpfende Leiherantilopen in der Masai Mara - Topis

Kämpfende Leiherantilopen in der Masai Mara - Topis

Kämpfende Leiherantilopen in der Masai Mara - Topis




Der anschließende Sundowner war eigentlich des erfolgreichen und schönen Tages nicht würdig, sondern eher hastig und wenig gemütlich. Aber erstens waren wir mal wieder spät dran und zweitens, spielte die Sonne an diesem ersten Abend nicht wirklich mit. So erreichten wir das Aruba-Camp mit dem letzten Licht und gerade noch rechtzeitig, um vor einem gemütlichen zweiten Drink, die alltäglichen tierischen Mitbewohner des Camps abzulichten. Neben einem wenig scheuen Bushbock und zwei Dikdiks, die wir schon von unserem letzten Besuch kannten, hielt sich auch ein Warzenschwein im Camp auf und graste friedlich zwischen den Zelten. Zufrieden, einen Teil der gesuchten Löwen gleich am ersten Tag gefunden zu haben, gönnten wir uns vor dem Dinner im Camp-Restaurant eine heiße Dusche! Nach dem leckeren Essen verschwanden wir recht schnell in unserem gemütlichen, großen Bett, auf der Terrasse war es uns tatsächlich zu frisch.

Sundowner in der Masai Mara Sundowner in der Masai Mara

Aruba Mara Camp
Bushbock im Aruba Mara Camp Bushbock im Aruba Mara Camp

Warzenschwein im Aruba Mara Camp



Auch der zweite Morgen in der Mara startete feucht und kühl. Zwar regnete es nicht, aber die aufsteigende Feuchtigkeit sorgte für grauen Nebel in der Savanne. Die Sonne tat sich etwas schwer an jenem Morgen. Trotzdem waren wir früh auf den Beinen und in Richtung Ishara-Gebiet unterwegs, dorthin, wo wir am Vorabend die Rongai-Löwen aus den Augen verloren hatten. Unterwegs entdeckten wir einige Tüpfelhyänen, die mit ihren Jungen im hohen Gras herumtobten. Dann erreichten wir die Akazie an der Wasserstelle bzw. das Gebiet vom Vortag. Natürlich lagen die Löwen nicht schon wieder unter dem Baum, aber irgendwo mussten wir ja mit der Suche beginnen. Nachdem wir erneut mehrfach vergeblich versucht hatten, entlang des Talek-Ufers zu pirschen, entschieden wir uns, tiefer in das eigentliche Revier der Löwen zu fahren, und suchten uns eine Piste, die quer durch das Grasmeer in Richtung Rongai River führte.

Tüpfelhyänen Clan, Masai Mara

Tüpfelhyänen Clan, Masai Mara
Tüpfelhyänen Clan, Masai Mara Tüpfelhyänen Clan, Masai Mara

Tüpfelhyänen Clan, Masai Mara



Fast eine Stunde lang sahen wir nichts außer grünem Gras und hin und wieder mal eine einzelne Akazie. Keine Antilope, kein Zebra, keine Giraffe und auch keinen Elefanten. Dann plötzlich Kaffernbüffel. Schon von weitem konnten wir ihre schwarzen kräftigen Körper erkennen. Aber die sonst friedlich grasenden Büffel waren unruhig, einige rannten hin und her und als wir näher kamen, trauten wir unseren Augen nicht: Am Rande der kleinen Büffelherde standen Löwen im hohen Gras. Schnell erkannten wir: Wir hatten nicht irgendwelche Löwen entdeckt, wir waren auf die fünf jungen Rongai-Männchen gestoßen. Sollten wir jetzt tatsächlich Zeuge einer erfolgreichen Büffeljagd werden? Fast aufgeregt kletterte ich aus meiner Dachluke, um ja keine Sekunde des Spektakels zu verpassen. Aber dann musste ich feststellen, dass die Löwen sich nicht für die Kaffernbüffel interessierten, vielmehr waren sie damit beschäftigt, einige, jetzt erst von uns entdeckte Hyänen auf Distanz zu halten. Dann kam auf einmal eines der Männchen direkt auf unseren Land Cruiser zu und hob urplötzlich ein noch lebendes Büffelkalb aus dem Gras. Vom Löwen im Nacken gepackt blökte das Kalb verzweifelt um Hilfe. Blitzschnell überschlugen sich die Ereignisse: Anstatt der erhofften Hilfe erschienen die anderen vier Löwenmännchen und innerhalb von Sekunden stürzten sich alle fünf Löwen auf das wehrlose Kalb und verspeisten es lautstark vor unseren Augen. Es wurde gerissen, gefaucht und sich angegeknurrt. Wobei wir eigentlich von der Mahlzeit mehr hörten, als wir sehen konnten. Zu schnell hatten die fünf großen Löwenkörper, die vermutlich den Hyänen abgenommene Beute, unter ihren schweren Körpern begraben. Nach nur 30 Minuten war die Mahlzeit beendet und die Löwen lagen im hohen Gras. Nachdem die Sonne immer weiter dem Zenit entgegen gewandert war, zogen sich alle nacheinander in einen nahen, großen Busch zurück, um ihren Verdauungsschlaf dort im Schatten fortzuführen. Das Büffelkalb konnte unmöglich den Hunger von fünf fast ausgewachsenen Löwenmännchen befriedigen und wir waren uns sicher, dass diese Löwen bald wieder jagen würden. Nun lagen sie aber erst einmal im Schatten und rührten sich nicht mehr. Nicht wirklich munterer war ein junges Löwenpärchen, welches wir unweit der fünf jungen Rongai Männchen entdeckt hatten. Auch diese beiden lagen m Schatten zwischen den dichten Büschen.

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb
Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb

Rongai Löwen Männchen töten und fressen Kaffernbüffelkalb
Rongai Löwen Männchen R5 Rongai Löwen Männchen R5

Rongai Löwen Männchen R5
Rongai Löwen Männchen R5 Rongai Löwen Männchen R5



Nach diesem spannenden Tagesbeginn wollten auch wir uns mit einem Bushfrühstück belohnen, aber es war gar nicht so einfach, in diesem Gebiet einen schattenpendenden Baum zu finden, unter oder neben dem das Gras nicht meterhoch und unübersichtlich war. Und so dauerte die Suche nach einem geeigneten Frühstücksplatz etwas länger als erwartet, zumal wir unterwegs noch über ein Pärchen junger Löwen stolperten. Diese hatten zumindest ihren Schattenplatz gefunden. Dann wurden aber auch wir irgendwann fündig und richteten unseren Frühstücksplatz her. Gerade hatten wir uns unseren Tee aufgegossen, da verdunkelte ein größerer Vogel plötzlich den Himmel direkt über uns. Unmittelbar darauf landete ein Marabu neben uns. Der große, kräftige Vogel war nicht ein wenig scheu, allerdings auch nicht zu aufdringlich. Mit ein klein wenig Abstand schritt der gefiederte Aasfresser um unseren Frühstücksplatz herum. Als wir aufstanden und uns bewegten, vergrößerte er ein wenig seinen Abstand, machte aber keinerlei Anstalten, davon zu fliegen.
"Ich bin ja froh, dass keine Geier neben uns gelandet sind, dann würde ich mir ernsthaft Sorgen machen!", lachte Petra, während der Geier ihr beim Teetrinken zusah.
"Dann fang jetzt mal an, dir Sorgen zu machen!" zeigte ich auf einen Termitenhügel, der wenige Meter hinter unserem Land Cruiser stand.
"Nee, jetzt nicht ernsthaft!", sah Petra erstaunt zu den drei auf dem Termitenhügel gelandeten Kappengeiern. Als dann auch noch einige größere Weißrückengeier über uns kreisten, hatte Petra genug!
"Nu is gut, jetzt fahren wir besser weiter!" lachte sie und fing an, Tisch und Stühle zusammenzuklappen. Nachdem alles im Fahrzeug verstaut war, fuhren wir zunächst wieder zu den Löwenmännchen, stellten dort aber fest, dass die Herren noch schliefen.

Bushfrühstück mit Marabu als Gast
Bushfrühstück mit Marabu als Gast Bushfrühstück mit Marabu als Gast

Bushfrühstück mit Marabu als Gast
Bushfrühstück mit Marabu als Gast Bushfrühstück mit Marabu als Gast

Bushfrühstück mit Marabu als Gast
Bushfrühstück mit Marabu als Gast Bushfrühstück mit Marabu als Gast

Kappengeier neben Bushfrühstück


Also beschlossen wir, entlang des Rongai Rivers nach dem großen Rongai-Löwen-Rudel zu suchen. Schnell mussten wir aber erkennen, dass ein wirkliches Pirschen am Ufer des Rongai genauso wenig möglich war wie am Ufer des Talek. Es war einfach noch zu nass und zu matschig. Außerdem behinderte auch hier meterhohes Gras die Sicht. Umso mehr freuten wir uns, als wir zwischen durch ein kleines Steinböckchen im Gras entdeckten.

Steinböckchen
Steinböckchen Steinböckchen


Nachdem das Fahren in dem Gebiet allerdings immer mehr zum Abenteuer wurde, entschloss ich mich, zunächst auf einer der Allwetterpisten zu fahren, um von dort aus nach besser befahrbaren Pisten zu suchen. Unterwegs trafen wir auf ein anderes Safarifahrzeug und erhielten den Hinweis auf einen Leoparden, der am Ufer des Rongai umherstreifen sollte. Zum Glück dort, wo der kleine Fluss zugänglicher war. Da man natürlich keinen Hinweis auf einen Leoparden ignoriert, verschoben wir die Löwensuche und fuhren in die Richtung, die uns beschrieben worden war. Fast wollten wir schon aufgeben, da entdeckten wir mehrere Fahrzeuge am Ufer des Rongai Rivers. Alle Insassen blickten in den Flusslauf.
"Can you see something from your position?", fragte ich einen Fahrer, der mit seinen Gästen am Ufer stand.
"No, we have just heard about a leopard here!", antwortete er. Ich überlegte kurz und hatte wenig Lust, mich neben vier oder fünf andere Fahrzeuge zu stellen. Zumal aktuell wohl niemand wusste, wo der Leopard überhaupt war.
"Was machst du jetzt?", wollte Petra von mir wissen, als ich wieder losfuhr.
"Ich fahre jetzt zu dem Leoparden, hier scheint er ja anscheinend nicht zu sein!", antwortete ich und fuhr über eine nahe Brücke zurück über den Fluss, um mich dort am Ufer hinzustellen. Von unserer neuen Position konnten wir nicht nur auf eine kleine Sandbank im Fluss schauen, sondern auch ein Stück des Flusslaufes überblicken. Und dann war er auf einmal da. Vor unserem Land Cruiser erhob sich aus dem grünen Gras ein Leopardenmännchen. Nicht genug, dass der Leopard fast neben uns aufgetaucht war, die gefleckte Katze hatte im Fluss gejagt und sie war erfolgreich gewesen.
Das Fell noch nass lief der Leopard an unserem Land Cruiser vorbei, im Maul trug er als Beute einen frisch erlegten Nilwaran.
"Unglaublich, was für eine Beute!" freute ich mich über die ungewöhnliche Sichtung! Kaum hatte der Leopard allerdings unseren Land Cruiser passiert, erblickte er unten im Flussbett ein Riedbock-Weibchen. Sofort duckte er sich ab, ließ den Nilwaran fallen und fing an, sich an die Antilope heranzuschleichen. Die Riedbock-Dame bewegte sich im Bachbett auf die Sandbank zu, der Leopard hingegen saß regungslos im hohen Gras. Geduldig wartete er auf seine Chance. Minutenlang bewegte sich die Raubkatze kein bisschen, einzig die Schwanzspitze zuckte hin und wieder nervös und zeigte uns, wie angespannt der Jäger war. Nach einiger Zeit legte sich die Antilope auf der Sandbank entspannt nieder. Jetzt, so dachten wir, hatte die Stunde des Leoparden geschlagen. Aber weit gefehlt, noch war der Raubkatze die Entfernung anscheinend zu groß. Vorsichtig und langsam bewegte sich der Leopard die Uferböschung hinunter. Wir trauten uns kaum, uns zu bewegen, schließlich wollten wir weder ihn verraten noch die Beute erschrecken. Man konnte die Spannung in der Luft knistern hören. Dann erhob sich die Riedbock-Dame plötzlich, doch wieder keine Reaktion vom Leoparden. Anstatt nach vorne zu stürmen, kletterte der gefleckte Jäger die Uferböschung wieder langsam nach oben und versuchte nun, die Antilope zu umgehen, um von einer anderen Seite dichter an die vermeintliche Beute heranzukommen. Wieder vergingen spannende Minuten, wieder passierte nichts. Nach mehr als einer Stunde erklang plötzlich der piepsende Warnruf der Riedböcke und die Antilope stürmte die Uferböschung hinauf und verschwand aus unserer Sicht und der Reichweite des Leoparden. Dieser lief nun ebenfalls in das Flussbett, wurde plötzlich schneller und sprang dann völlig unerwartet in einen Grasbüschel an der Uferböschung. Wir staunten nicht schlecht, als er aus dem Grasdickicht mit einem neuen Nilwaran herauskam. Diese neue Beute schleppte er sodann hinter einen dichten Busch und fing an, sie zu verspeisen.

Leopard erbeutet Nilwaran

Leopard erbeutet Nilwaran
Leopard jagt Riedböcke Leopard jagt Riedböcke

Leopard jagt Riedböcke

Leopard jagt Riedböcke

Leopard jagt Riedböcke

Leopard jagt Riedböcke

Leopard jagt Riedböcke

Leopard jagt Riedböcke

Leopard jagt Riedböcke

Leopard jagt Nilwaran

Leopard jagt Nilwaran

Leopard jagt Nilwaran

Leopard jagt Nilwaran

Leopard jagt Nilwaran

Leopard jagt Nilwaran



"Wow! Zwei Nilwarane und zwischendurch die Jagd auf einen Riedbock. Dagegen sind fünf Löwen mit einem Büffelkalb ja fast langweilig!", grinste ich, als wir nach fast 2 Stunden den Schauplatz verließen. Im nachhinein konnten wir den Leoparden als Olomunyak, einen Sohn der Insidern bekannten Leopardin Luluka, identifizieren.

Der Vormittag hatte zwar reichlich Action für uns parat gehabt, aber noch immer wussten wir nicht, wo sich das Rongai-Rudel bzw. die Weibchen und die Jungen aufhielten. Auch unsere sonst immer gut informierten Kontakte hatten keine Antworten für uns. Stattdessen erfuhren wir von einem nächtlichen Kampf der von uns am Morgen angetroffenen fünf Männchen und zwei ebenfalls als Nomaden lebenden älteren Löwenmännchen.
"Die beiden sollen ordentlich Prügel bekommen haben und irgendwo zwischen hier und dem Ruheplatz der Rongai-Jungs liegen!", erklärte ich Petra, was ich soeben erfahren hatte. Da wir ohnehin am späten Nachmittag noch einmal nach den fünf Löwenmännchen sehen wollten, fingen wir also zunächst an, nach den beiden anderen Nomaden zu suchen. Natürlich bot es sich auch bei dieser Suche an, Schattenplätze unter freistehenden Bäumen oder in größeren Buschwerken anzufahren. Größere Bäume waren in der offenen Grassavanne ja immer gut auszumachen und in aller Regel führten die Pisten ja auch immer auf diese markanten Schattenplätze zu oder an ihnen vorbei. Größere Sträucher oder Büsche waren zwischen dem hohen grünen Gras aktuell schwerer zu entdecken. Aber wieder hatten wir das Glück der Tüchtigen und fanden die gesuchten beiden Löwen, wie erwartet im Schatten einer Akazie.
"Das war mehr als nur ein bisschen Prügel, dieser hier sieht ziemlich ramponiert aus!", stoppte ich genau neben einem der beiden Männchen. Während einer der beiden Kater, abgesehen von einigen Kratzern am Kopf, einfach nur erschöpft aussah, hatte der andere zugeschwollene Augen und Verletzungen am oder im Maul, wenn nicht sogar am Kiefer. Genau konnten wir die Wunden nicht erkennen, da sie von hunderten von schwarzen, brummenden Fliegen befallen waren. Maul, Augen und Nasenöffnungen waren von den Plagegeistern befallen und der Löwe offenbar zu schwach oder zu erschöpft, die Insekten zu vertreiben.
"Der sieht wirklich übel aus, lebt der überhaupt noch?" sah Petra mich fragend an und hätte ich nicht das Heben und Senken des Brustkorbes gesehen, man hätte ihn für tot halten können.

Löwen Männchen

Löwen Männchen

Löwen Männchen

Löwen Männchen border=
Löwen Männchen Löwen Männchen

Löwen Männchen

Löwen Männchen



"Noch lebt er, aber ein erneutes Zusammentreffen mit den fünf Rongai-Boys überlebt er vermutlich nicht." mutmaßte ich und fuhr in Richtung der erwähnten fünf Löwen weiter.
Die Fünf lagen immer noch unter bzw. in ihrem Busch und schliefen, als wir den morgendlichen Schauplatz erreicht hatten. Da aber die Schatten schon immer länger wurden, waren wir uns sicher, dass in naher Zukunft wieder Leben in die Raubkatzen kommen würde und sie wieder beginnen würden, die Savanne zu durchstreifen. So suchten wir uns in sicherer Entfernung unseren eigenen Schattenplatz um die Löwen von dort aus zu beobachten. Und tatsächlich wurde unsere Geduld schon nach kurzer Zeit belohnt. Ein Männchen nach dem anderen fing an, hin und her zu rollen und sich zu strecken. Dann wurde herzhaft gegähnt und wie erwartet erschien anschließend ein Löwe nach dem anderen neben dem Buschwerk. Aber die Raubkatzen waren nicht alle gleichermaßen motiviert. Während zwei von ihnen schon einmal loszogen, verharrten die anderen drei zunächst neben dem Busch. Nur langsam setzte sich die Gruppe in Bewegung und ein wirkliches Ziel hatten sie anscheinend auch nicht. Immer wieder legte man sich nieder, verharrte oder gähnte vor sich hin. Da wir noch ein gutes Stück zurück zum Aruba-Camp zu fahren hatten und wir ja auch schon einen spannenden Morgen mit den fünf Jungs erleben durften, ließen wir sie nach ihrem Aufbruch wieder alleine und suchten uns einen geeigneten Platz für unseren Sundowner. Anschließend ging es dann zurück zum Aruba-Camp. Ein weiterer Drink, eine heiße Dusche und ein gutes Dinner und dann waren wir auch schon früh im großen Bett unter dem Moskitonetz verschwunden.

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara
bei den Rongai Löwen Männchen, Masai Mara bei den Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Rongai Löwen Männchen, Masai Mara

Thomson Gazellen

Sundowner in der Masai Mara
Sundowner in der Masai Mara Sundowner in der Masai Mara



Voller Energie und gespannt auf neue Erlebnisse und Beobachtungen starteten wir in den nächsten Tag. Wieder fuhren wir in die grüne Grassavanne im Rongai-Gebiet. Wir wollten erneut versuchen, die fünf Löwenmännchen oder ihre Väter zu finden oder, noch besser, das Rudel ihrer Mütter, Schwestern und jüngeren Brüder. Als wir kurz nach Sonnenaufgang die Grassavanne der Fig-Tree-Ebene durchquerten, stellten wir zufrieden fest, dass immer mehr Wild in dieses Gebiet zog. Hatten wir noch vor zwei Tagen kaum Wild auf den Grasflächen beobachten können, sahen wir an diesem Morgen Zebras, Topis und Elenantilopen umherziehen oder friedlich grasen. Später im Rongai-Gebiet, wo das Gras deutlich höher war, war der Wildbestand auch wieder geringer. Auch die Rongai-Löwen suchten wir an diesem Morgen vergeblich, einzig die beiden verliebten jungen Löwen konnten wir im hohen Gras entdecken. Eine aufmerksame Topi-Antilope hatte die beiden Raubkatzen ebenfalls unter Beobachtung, aber die beiden jungen Löwen hatten ganz andere Sachen im Kopf als zu jagen oder zu fressen. Da wir von einer vermeintlichen Paarung in dem hohen, grünen Gras vermutlich nur wenig gesehen hätten, zogen wir weiter und ließen den Raubkatzen ihre Privatsphäre.

Elenantilopen
Zebra Elenantilopen

Löwenpärchen

Topis



Immer weiter zog es uns durch das meist tierlose grüne Grasmeer, vorbei am Lookout Hill und weiter in Richtung Keekorok Lodge. Nirgendwo standen größere Tieransammlungen oder Herden. Weder Zebras noch Topis waren in größerer Stückzahl zu sehen. Kleinere Pisten endeten oft dort, wo es galt einen kleinen Bach oder auch nur eine Senke zu Durchqueren, der Boden war einfach zu weich, zu matschig, was machbar war Durchfuhren wir. Da wir aber nur wenige bis gar keine weiteren Fahrzeuge in den Durchquerten Gebieten sahen, war unsere Risikobereitschaft auch recht gering. Schließlich wollten wir nicht einen halben Tag Buddeln oder auf Hilfe warten. Nach mehr als einer Stunde mit nur sehr wenig Wildbeobachtung entdeckten wir auf unserer Fahrt zwischen Keekorok Lodge und Talek Gate endlich eine größere Herde Kaffernbüffel und ihrer Nähe auch einige Giraffen mit recht kleinem Nachwuchs. Die Büffelherde zog langsam aber zielstrebig durch die Savanne, aber auch hier war das Gelände schwierig und eine Annäherung gar nicht so einfach.



Kaffernbüffel in der Masai Mara

Masai Giraffen in der Masai Mara
Masai Giraffe mit Kalb Masai Giraffe mit Kalb

Kaffernbüffel



"Das ist hier nicht mein Lieblingsgebiet!", sagte Petra, während der matschige, schwarze Boden unter unseren Reifen wieder einmal dieses üble Ansauggeräusch machte.
"Nee, meines auch nicht!", antwortete ich, während wir weiter in das Tipilikwani-Gebiet fuhren, in dem wir hofften, das letzte verbliebene Männchen der legendären Tano-Bora-Geparden-Gruppe zu finden. Über viele Jahre hatten wir immer wieder Lebensabschnitte dieser fast berühmten Gepardenmännchen begleitet, hatten sie jagen, fressen und um ihr Leben kämpfen gesehen. Hatten mitverfolgt, wie einer nach dem anderen sich verabschiedet hatte, bis am Ende nur noch ein Letzter übrig geblieben war.
"Es wäre schön, wenn er die alten Gewohnheiten auch alleine beibehalten hat und die alten Lieblingsplätze nutzt!", sinnierte ich halblaut vor mich hin, während ich mir bekannte Ruheplätze der Geparden anfuhr. Zuletzt hatten wir Olonyok, wie der letzte Gepard der Gruppe hieß, vor 11 Monaten zusammen mit Winda gesehen. Winda verstarb 2025 damals, wenige Tage nachdem wir die Mara verlassen hatten.
"Bingo! Da ist er … einfach cool!", freute ich mich laut, als wir Olonyok zwischen dichten Sträuchern, unweit eines Lieblingsbaumes der Tano-Bora-Jungs, gefunden hatten.
"Unglaublich!", freut sich auch Petra.Dem Geparden ging es augenscheinlich gut, gut genährt lag der Kater im Schatten der Büsche und ruhte. Wir blieben eine Weile in seiner unmittelbaren Nähe und entschieden dann, uns in Sichtweite einen Frühstücksplatz zu suchen. Was bot sich da mehr an als der alte Lieblingsbaum der Tano-Bora-Geparden? Von dort aus konnten wir den Geparden noch sehen oder zumindest erahnen und es gab rund um den Baum nur kurzes, übersichtliches Gras.
"Können wir nicht einmal vor 11 Uhr frühstücken? Ich habe jetzt echt Hunger!", beschwerte sich Petra erneut über meine Frühstückszeiten und hatte vermutlich recht. Kaum hatten wir allerdings den Frühstücksplatz für uns eingerichtet, erschien ein Elefant und kam gemächlichen Schrittes auf uns zu. Ohne sich an uns zu stören zog der Dickhäuter aber weiter, um seinen Durst an einem nahen Wasserloch zu stillen.

Olonyok, Gepard Masai Mara
Olonyok, Gepard Masai Mara Olonyok, Gepard Masai Mara

Bushfrühstück mit Elefantenbesuch

Bushfrühstück mit Elefantenbesuch

Bushfrühstück mit Elefantenbesuch

Bushfrühstück mit Elefantenbesuch

Bushfrühstück mit Elefantenbesuch



Während des Frühstücks hatte ich die Zeit genutzt und mit Elena vom Mara-Cheetah-Projekt telefoniert, um ihr den aktuellen Standort von Olonyok mitzuteilen. Gleichzeitig hatte ich von Elena erfahren, dass die Gepardin Neema und das Männchen Ruka im Ol-Kiombo-Gebiet gesehen worden waren. Die anschließenden Telefonate mit einigen Masai-Freunden waren weniger ergiebig. Niemand hatte Informationen über das Rongai-Rudel für uns.
"Dann konzentrieren wir uns heute Nachmittag mal auf Geparden, ist ja noch eine gute Zeit für jagende Geparden, oder?", sah ich Petra fragend an, während wir den Frühstücksplatz auf- und zusammenräumten. Da Olonyok einen eher satten Eindruck machte, beschlossen wir, den Talek zu überqueren und nach Neema und Ruka zu suchen. Die dafür notwendige Route führte uns gleichzeitig noch einmal durch das Ishara-Gebiet, in dem wir vor zwei Tagen die Rongai-Löwen gesehen hatten. Um Zeit zu sparen, nutzten wir eine der neuen Allwetterpisten und waren so recht schnell im Ishara-Gebiet, wo wir einen befreundeten Guide von Sunworld Safaris trafen. Von ihm hörten wir ein weiteres Mal, dass niemand das Rongai-Rudel gesehen hatte. Er selber war gerade auf dem Weg zum Bush Camp und wollte für die Talek-River-Durchquerung das Intrepid-Crossing nutzen.
"I haven't tested this days, but it should be ok!" meinte er afrikanisch zuversichtlich.
"Ok, but you know on this side, it´s very wet and muddy!" gab ich zu bedenken.
"Come on, let's try!", lachte er und dann fuhren wir hintereinander los. Ganz so einfach, wie unser Freund es sich vorgestellt hatte, war die Zufahrt zur Furt allerdings nicht zu erreichen. Doch irgendwann hatten wir wieder festeren Boden unter den Reifen und die restliche Piste war trockener als erwartet. Außerdem wurde unsere Mühe auch gleich belohnt. Kurz vor dem Talek River entdeckten wir mitten zwischen einigen Elefanten einen Serval.
"Wie geil ist das denn!", freute sich Petra, sprang in ihrem Sitz auf und bestaunte die kleine gefleckte Katze aus ihrer Luke heraus.

Serval, Masai Mara
Serval, Masai Mara Serval, Masai Mara



Kurz nach dieser unerwarteten Begegnung durchquerten wir ohne Probleme den Talek River. Zwar war die Ausfahrt aus dem Flussbett erwartungsgemäß rutschig, aber mit vier angetriebenen Rädern und ein wenig Schwung schafften wir auch diese Passage, ohne im tiefen Sand stecken zu bleiben. Oben am Ufer angekommen stellte sich die Frage: links oder rechts? Und wir entschieden uns für rechts. Wieder einmal hatten wir spontan die richtige Entscheidung getroffen. Zwar war mir bewusst, dass wir uns im Revier der Leopardin Bella II befanden, aber mit einer Begegnung zur Mittagszeit hatte ich nicht gerechnet!
"Chui!", hatte Petra nur kurz gemeldet und dann war sie auch schon vor unserem Land Cruiser. Eine ganze Weile konnten wir sie beobachten, wie sie einer alten Elefantenspur folgte, dann aber im hohen Gras aus unserer Sicht verschwand.

Bella two, Leopard, Masai Mara

Bella two, Leopard, Masai Mara
Bella two, Leopard, Masai Mara Bella two, Leopard, Masai Mara

Bella two, Leopard, Masai Mara

Bella two, Leopard, Masai Mara



"Gepard, Serval, Leopard. So liebe ich die Mara!" freute ich mich über die zweite unerwartete Katzenbegegnung des Tages. Die nächsten Katzensichtungen und Beobachtungen waren dann ja schon eher geplant, aber es dauerte mehr als eine Stunde, bis wir endlich einen der beiden gesuchten Geparden fanden. Ähnlich wie auch schon der Gepard Olonyok lag auch dieser Gepard im Schatten eines grünen Busches. Allerdings war Ruka, wie dieses Gepardenmännchen genannt wurde, nicht so satt und verschlafen wie der Gepard vom Vormittag. Auch wenn Ruka während der ersten halben Stunde unserer Anwesenheit ständig am Gähnen war, fing er nach kurzer Zeit an, sich aufmerksam in der Umgebung umzusehen. Dann erhob er sich und beobachtete sitzend mit geschultem Blick die Savanne, aber weder wir noch er konnten vermeintliche Beutetiere entdecken. Ruka blieb nichts anderes übrig, als loszuziehen und nach Beute zu suchen. Hungrig musste er sein, zumindest hatte er einen sehr flachen Bauch, wie wir gut sehen konnten, als er mit seiner Pirsch begann. Wir verfolgten den Geparden eine ganze Weile, als er endlich auf erstes Wild stieß, aber so hatte sich weder Ruka noch wir uns diese Wildbegegnung vorgestellt. Der Gepard hatte gerade ein dichteres Buschwerk durchstreift und trat auf der gegenüberliegenden Seite wieder in das offene Gelände, als er einen alten, schlecht gelaunten Kaffernbüffel überraschte. Anfangs glaubten wir, der schwarze Griesgram würde den Geparden gar nicht weiter beachten, doch plötzlich sprang der Büffel auf und rannte auf den erschrockenen Geparden zu. Für einen Moment sah es so aus, als würde Ruka einen Gegenangriff starten, anstatt einfach zu flüchten. Doch als der Kaffernbüffel auf den Geparden zugestürmt kam, erkannte dieser sehr schnell, dass hier nur Flucht die richtige Entscheidung sein konnte, und sprintete davon! So plötzlich konnte aus einer Pirsch nach Beute ein dramatisches Überlebenstraining werden.

Ruka, Gepard, Masai Mara

Ruka, Gepard, Masai Mara

Ruka, Gepard, Masai Mara

Ruka, Gepard, Masai Mara

Ruka, Gepard, Masai Mara

Ruka, Gepard, Masai Mara

Gepard wird von Kaffernbüffel verjagt

Gepard gerät an Kaffernbüffel

Gepard gerät an Kaffernbüffel

Gepard gerät an Kaffernbüffel



Kaum in Sicherheit, ließ Ruka schon wieder seine Blicke durch die hier buschige Savanne streifen Das Gelände war unübersichtlich, überall standen größere oder kleinere Büsche. Diese gaben ihm zwar einerseits Deckung, machten die Suche nach Beute aber nicht unbedingt einfacher. Und uns die Beobachtung der Raubkatze auch nicht wirklich leichter. Aber wir hatten einen Vorteil: Auch wenn unsere Augen vielleicht nicht so scharf waren, wir hatten durch den Land Cruiser einfach eine höhere Position und so erblickten wir in einiger Entfernung eine kleine Gruppe Impalas, noch bevor der Gepard sie wahrgenommen hatte. Dachten wir zumindest! Wir beeilten uns, die Impalas zu erreichen, und mussten dann eine schnelle Entscheidung treffen, denn eher als gedacht hatte auch Ruka die Antilopen entdeckt und war bereits zu ihnen unterwegs. Wie schon geschrieben war das buschige Gelände für eine gute Beobachtung und vermutlich auch für eine erfolgreiche Jagd nicht das beste. Wir hatten uns nun entschieden, die Impalas im Auge zu behalten, konnten dafür aber die Geparden nicht mehr sehen. Wir wussten weder, wann, noch wo und ob überhaupt die Raubkatze aus dem Gebüsch gesprintet kommen würde. Schon gar nicht wussten wir, wohin die Impalas fliehen würden. Dann entdeckte ich etwas abseits der Herde eine Impalamutter mit ihrem Kitz. Die oder eine? Ich entschied mich und konzentrierte mich nur noch auf das Kitz!
"Da, da kommt er!", rief Petra plötzlich und dann ging alles blitzschnell. Ich sah den Geparden noch einmal vor meiner Kamera vorbeifliegen, sah die flüchtende Impala und kurz hinter ihr das Kitz und dann waren zuerst die Antilopen und dann auch der Gepard hinter einem Busch verschwunden. Staub war in der Luft zu sehen und das war es dann auch! Aber dieser Staub machte mich sicher.
"Kill!", rief ich, rutschte aus der Dachluke auf meinen Sitz und startete den Motor. Keine zwei Minuten später hatten wir den Busch umrundet und erblickten Ruka mit dem Kitz im Maul. Mit tödlicher Präzision hatte der Gepard die junge Antilope an der Kehle gepackt und bereits erdrosselt, als wir eintrafen. Die restlichen Impalas hatten das Weite gesucht und waren nicht mehr zu sehen. Ruka hingegen entschied sich, ihre frische Beute vor den Hyänen, Löwen oder anderen Raubtieren in Sicherheit zu bringen, und schleppte ihre Beute unter einen nahen Busch, wo sie nach einer Weile anfing, die Antilope zu vertilgen. Zuerst entfernte sie mit ihrer rauen Zunge das Fell am Bauch und am Hinterleib und dann begann sie, die Beute zu öffnen, als der Gepard angefangen hatte, das Blut aus dem Bauchraum zu trinken. hatte er recht schnell eine rot gefärbte Nase und rote Wangen. Dann irgendwann hörten wir die ersten Knochen knacken und die lauten Kaugeräusche der Raubkatze. Der Gepard musste wirklich hungrig gewesen sein, denn nur knapp eine halbe Stunde nach dem Erlegen der Beute hatte er bereits mehr als die Hälfte der kleinen Antilope verspeist. Dieses Mal blieben wir nicht bis zum letzten Bissen, sondern fuhren weiter.

Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala

Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala

Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala

Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala

Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala

Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala

Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala

Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala

Ruka, Gepard jagt und erbeutet junges Impala



Wir wollten die Chance nutzen und möglichst auch noch Neema an diesem Abend finden. Elena hatte uns am Morgen am Telefon berichtet, dass Neema sich an der Grenze zum Mara-North-Conservancy aufhalten sollte, und hier wollten wir sie nun suchen. Grundsätzlich waren wir nicht weit weg von dem Gebiet, wo die Gepardin sich aufhalten sollte, aber um dorthin zu kommen, wo wir Neema vermuteten, mussten wir mindestens zwei oder drei Bäche durchfahren. Nicht, dass wir das Wasser scheuten, aber das ganze Gebiet war sehr feucht und schlammig, jede Durchquerung ein kleines Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Aber wir hatten Glück, nicht nur, dass wir nirgends stecken blieben, am Ende entdeckten wir auch noch Neema und konnten einige Zeit mit ihr verbringen. Wie eine Statur stand Neema auf einem überwachsenen Termitenhügel und beobachtete ihre Umgebung. Es schien als wäre auch Neema nicht abgeneigt zu sein, zu jagen, aber grundsätzlich war ihr Bauch gut gefüllt. Oder hatte der Dicke Bauch andere Gründe??? (Laut Elena nein!). Solange die Gepardin sich im offenen Gelände bewegte folgten wir ihr und beobachteten ihre Pirsch. Als die Verfolgung Neemas bei Einbruch der Dämmerung eine weitere, matschige Bachdurchquerung notwendig gemacht hätte, entschieden wir uns, für den heutigen Tag abzubrechen und zurück zum Aruba-Camp zu fahren. Zum Glück befanden wir uns auf der Ol-Kiombo-Seite und hatten dort gute Kontakte zu den Rangern, die gerne mal ein Auge zudrückten, wenn wir zu spät am Gate erschienen. Und als wären wir nicht sowieso schon ein wenig spät dran, hielt uns dann auch noch ein kleiner Löffelhund am Pistenrand auf.

Neema, Gepard Weibchen

Neema, Gepard Weibchen

Neema, Gepard Weibchen

Neema, Gepard Weibchen

Neema, Gepard Weibchen

Löffelhund



An diesem Abend mussten wir den Sundowner ohne Sonnenuntergang am Cottage trinken, was aber dem geliebten Ritual keinen großen Abbruch tat. Der Gin bzw. mein "Katzenwhisky" schmeckte trotzdem. Genauso wie wir wieder ein hervorragendes Dinner von Peters Küchenteam aufgetischt bekamen. Es hatte während des Dinners angefangen zu regnen und hörte auch so schnell nicht wieder auf. Im Slalom versuchten wir, mit einigermaßen trockenen Füßen zu unserem Cottage zu kommen, und waren froh, ein solches zu haben und nicht in einem der kleinen Buschzelte zu übernachten. Müde und gespannt auf die Erlebnisse des nächsten Tages schliefen wir recht schnell ein.

Aruba Mara Camp Aruba Mara Camp



Der Regen hatte irgendwann in der Nacht aufgehört und am nächsten Morgen wurde es nach Sonnenaufgang wieder recht schnell sehr warm. Am Himmel zeigten sich nur wenige Wolken und es sah nach einem weiteren sonnigen, heißen Tag aus. Auch wenn uns die Katzen der Mara in den vergangenen drei Tagen schon mit allerlei Aktion, Lifekills oder einfach nur durch ihre bloße Anwesenheit verwöhnt hatten, verloren wir unser selbst gesetztes Ziel nicht aus den Augen und suchten nach dem Rongai-Löwenrudel. Mangels irgendwelcher Hinweise fuhren wir erneut zunächst dorthin, wo wir sie bisher das einzige Mal gesehen hatten, also in das Ishara-Gebiet. Unterwegs begegneten wir zunächst zwei Schwergewichten. Als erstes entdeckten wir ein hinter einem Busch ein großes Flusspferd und wenig später in der Grassavanne einen alten Kaffernbüffel. Nach wie vor war ein Großteil der Pisten entlang des Talek Rivers nicht befahrbar, nach wie vor war die Landschaft in dem Gebiet von hohem Gras geprägt. Dennoch entdeckten wir an diesem Morgen nach kurzer Pirschfahrt Löwen. Allerdings nicht das von uns gesuchte Rongai-Rudel, sondern zwei andere junge Löwenmännchen. Die beiden Nomaden hatten, wie die fünf halbstarken Männchen des Rongai-Rudels, ihr Rudel verlassen und zogen nun alleine durch die Savanne. Zunächst konnten wir sie keinem Rudel zuordnen, wissen aber inzwischen, dass wir auf die jungen Sala Boys gestoßen waren. Die beiden Löwen waren gerade damit beschäftigt, die Reste eines Kaffernbüffel-Kadavers zu fressen. Vermutlich hatten sie den schon gut abgefressenen Kadaver den Tüpfelhyänen abgenommen. Denn einige der gefleckten Jäger mit dem schlechten Ruf, Aasfresser zu sein, umrundeten die fressenden Löwen. Außerdem fehlten sämtliche Gliedmaßen des Büffels, was ebenfalls auf einen Hyänenkill hindeutete. Jetzt aber ließen die beiden Löwen keinen Zweifel daran, dass sie den Kadaver übernommen hatten, und die Hyänen hielten einen gebührenden Abstand. Wenn die Löwen mit ihren kräftigen Kiefern an den Rippen herumnagten, knackten immer wieder Knochen. Manchmal hörten wir sie knurren, wenn sie sich gegenseitig in die Quere kamen oder eine Hyäne zu nah kam.

Sala Boys, Löwen, Masai Mara

Sala Boys, Löwen, Masai Mara

Sala Boys, Löwen, Masai Mara
Tüpfelhyäne Tüpfelhyäne

Sala Boys, Löwen, Masai Mara

Sala Boys, Löwen, Masai Mara

Sala Boys, Löwen, Masai Mara

Tüpfelhyäne

Ohrengeier


Nachdem wir den beiden jungen Löwen eine Weile bei ihrem Mahl zugesehen hatten, setzten wir unsere Suche nach den Rongai-Löwen fort. 14 Löwen konnten doch nicht vom Erdboden verschwunden sein. Auch wenn das hohe Gras ihnen viel Deckung bot, irgendwo mussten sie stecken. Als wir nach zwei Stunden weder eine Spur noch irgendeinen Hinweis auf den Aufenthaltsort der Löwen hatten, beschlossen wir, unser Glück auf der anderen Seite des Talek Rivers zu probieren und dort nach ihnen zu suchen. Dieses Mal nutzten wir für unsere Flussdurchquerungen das Rekero-Crossing und anschließend über den Ol-Are-Orok das Smelling-Crossing. Kurz Darauf konnten wir im Ol Are Orok einige große Nilkrokodile und ein Flusspferdbaby entdecken und eine Weile beobachten.
Im Ol-Kiombo-Gebiet angekommen, entdeckten wir nach kurzer Zeit anstatt der gesuchten Löwen wieder das Gepardenmännchen Ruka. Noch immer war sein Bauch von seiner gestrigen Mahlzeit gut gefüllt. Dennoch durchstreifte er die Grassavanne Es schien, als würde er etwas suchen. Immer wieder sah sich der Gepard in der Umgebung um. Dann waren wir uns sicher: Er sucht einen anderen Geparden. Denn als er unter einer Akazie verharrte, konnten wir deutlich seine Rufe vernehmen. Auch wenn es immer mehr ein Mauzen war als das, was man von einer ausgewachsenen Raubkatze erwarten würde. Ruka rief nach einem anderen Geparden. Ich telefonierte mit Elena und erfuhr, dass er vermutlich nach Neema suchte. Diese war aber weiter in das Mara-North-Conservancy gezogen und inzwischen einige Kilometer weit weg. So saß das Gepardenmännchen mit Liebeskummer unter einer Akazie und mauzte vor sich hin. Weit und breit war kein anderes Tier zu sehen und außerdem war Rukas Bauch ja auch noch gut gefüllt, weshalb wir den Geparden nach einer Weile im Schatten des Baumes zurückließen.

Masai mara, Smelling Crossing

Nilkrokodil im Ol Are Orok
Spornkiebitz Flusspferdbaby auf dem Rücken der Mutter

Nilkrokodil

Ruka, Gepard

Ruka, Gepard



Wie schon geschrieben, war das Gras auf dieser Seite des Talek-Flusses deutlich kürzer, dennoch war auch hier nur wenig Wild zu sehen.
"Kleine Mittagspause im Mara-Bush-Camp?", sah ich Petra fragend an, nachdem wir auch auf der Kiombo-Seite kein Mitglied der Rongai-Löwen entdecken konnten.
"Ja, gute Idee!", freute sich Petra.
"Dann können wir auch gleich testen, ob man von hier aus direkt zum Camp kommt oder ob da auch alles matschig ist!! Ich lenkte den großen Land Cruiser also zurück in Richtung Ol Are Orok River und schnell stellten wir fest, dass auch hier viele der sonst von uns genutzten Pisten entlang des Flusses nur mit Allraduntersetzung und einige auch gar nicht passierbar waren. Zu weich war der Boden. Es kostete uns also etwa mehr Zeit als erwartet, aber irgendwann standen wir vor der Schranke zum Bush Camp. Freundlich winkend öffnete der Askari uns die Zufahrt und kurze Zeit später hielten wir direkt vor dem Camp. Ein wenig überrascht kam die neue Co-Managerin aus ihrem Bürozelt und begrüßte uns.
"Don't worry, we are not here to check in! We are just here for a cold Tusker and a short break. And then we are back in three days, to stay here!" erklärte ich schnell, damit nicht Personal zum Abladen herangerufen und Willkommensdrinks eingeschenkt wurden. Aber das Bush-Camp-Team war schnell und aufmerksam wie immer und so hatten wir kaum das Camp betreten, als uns schon warme Waschlappen zum Händewaschen und kühle Drinks als Erfrischung gereicht wurden.
"Do you like to have lunch with us?", fragte uns die Managerin, während sie uns zum Lunchplatz begleitete. "No, thank you. Just a cold Tusker!", antwortete ich.
Wenig später tranken wir zwei kalte Biere am Ufer des friedlich dahinfließenden Ol Are Orok. Donald, der Tischkellner, hatte es sich nicht nehmen lassen, uns auch einige Knabbereien auf den Tisch zu stellen, und so erlebten wir unsere erste längere Mittagspause in der Mara. Während Petra die Pause genoss, nutzte ich die Gelegenheit und ging zu den Fahrerunterkünften. Vielleicht hatte ja einer der Sunworld-Fahrer neue und gute Informationen für mich. Gut gelaunt kam ich nach einer Weile zu Petra zurück!
"Was grinst du so?", fragte sie mich sogleich.
"Das Rongai-Rudel soll heute Mittag über den Fluss gekommen sein, sie müssen irgendwo hier auf der Ol-Kiombo-Seite sein! Ich hätte zwar die Flussüberquerung gerne gesehen, aber jetzt wissen wir zumindest, wo sie sind. Sie sind tatsächlich heute Vormittag das erste Mal seit zwei Tagen wieder gesehen worden!", gab ich meine Informationen an Petra weiter. Natürlich hielt es uns nun nicht mehr lange im Mara-Bush-Camp, so dass wir uns wenig später verabschiedeten und uns auf die Suche nach den Löwen begaben.

Soroi Mara Bush Camp <Soroi Mara Bush Camp/td>

Soroi Mara Bush Camp
Soroi Mara Bush Camp Soroi Mara Bush Camp



Nach relativ kurzer Suche entdeckten wir anstatt des Rudels einen einzelnen, älteren Löwen, der unter einem kleinen Strauch schlummerte und sich von uns nicht im Geringsten stören ließ. Ruhig atmend lag er da und träumte vermutlich von Büffelfleisch. Rund dreißig Minuten später und am Ende gar nicht so weit von dem Männchen entfernt fanden wir dann tatsächlich das Rongai-Rudel. Auch diese Löwen lagen zunächst noch ruhend im Gras, doch es dauerte gar nicht lange, dann kam Leben in die Gruppe. Erstaunt stellten wir fest, dass es fünf und nicht wie anfangs gedacht nur drei junge Männchen bei dem Nachwuchs gibt. Außerdem zählten wir vier erwachsene Weibchen. So wie es aussah, war das Rudel hungrig. Während die vier ausgewachsenen Weibchen noch sehr gut genährt aussahen, hatten wir den Eindruck, dass die jungen Männchen, die inzwischen schon fast genauso groß waren wie die erwachsenen Weibchen, durchaus etwas mehr Fleisch auf den Rippen vertragen konnten. Unser erster Eindruck schien nicht zu täuschen, denn das Rudel brach ungewöhnlich früh am Nachmittag auf. Natürlich folgten wir ihnen und ließen sie nicht mehr aus den Augen. Die Löwen wollten nicht einfach nur in ein anderes Gebiet wandern, diese Löwen wollten jagen! Immer wieder sahen sie sich suchend in der Savanne nach möglicher Beute um, nutzten kleine Erhöhungen, um besser und weiter sehen zu können, und pirschten auseinandergefächert durch höheres Gras.
Wir hatten Glück an diesem Nachmittag, wenn man dunkle Wolken als Glück empfinden kann. Denn die schnell heranziehenden Wolken verdunkelten den Himmel und verdeckten die Sonne. Dann fing es an zu tröpfeln.
"Regen ist Katzenwetter!", freute ich mich. Doch was dann kam, war auch kein Katzenwetter mehr. Innerhalb von Minuten fing es an zu schütten. Es regnete nicht, sondern es fiel einfach nur Wasser vom Himmel. Dann sahen wir erste Hagelkörner. Fahren war unmöglich. Erstens konnten wir keine zwei Meter weit sehen und der Scheibenwischer hatte keine Chance gegen die Wassermassen und zweitens gab es von jetzt auf gleich keine Pisten mehr. Der Wasserstand war nach fünfzehn Minuten Regen bereits gut zwanzig Zentimeter hoch im Gelände, die nahe Allwetterpiste und eine tiefer liegende Piste waren zu einem reißenden Fluss geworden. Freuten wir uns normalerweise, wenn wir Wildbeobachtungen und die Tierwelt für uns alleine hatten, waren wir nun froh, dass noch zwei andere Fahrzeuge mit uns im Regenguss verharrten.
Nach kaum mehr als dreißig Minuten war der Spuk vorüber, der Himmel klarte auf und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Was blieb, war das Wasser auf den Pisten und im Gelände und natürlich nasse Löwen. Denn auch die Raubkatzen hatten sich nicht bewegt. Dafür wurden sie nun umso munterer. Schüttelten sich kurz und marschierten dann wieder los. Sie liefen in Richtung des alten Männchens, ohne aber mit ihm Kontakt aufzunehmen. Das Männchen war vermutlich von dem Regenguss aufgeweckt worden und lag nun recht majestätisch oben auf einem Hügel, von wo aus es die gesamte Ebene überblicken konnte. Die Rongai-Löwen hingegen hatten mangels erkennbarer Beute die Jagd abgebrochen und die Jungen nutzten den recht frischen, kühlen Abend, um ausgelassen herumzutoben. Immer wieder sprangen sich die verspielten Katzen gegenseitig an, jagten sich und versuchten auch, ihre Mütter und Tanten zum Mitspielen zu motivieren.

Oloimina, Löwe

Masai Giraffen

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Rongai Löwenrudel, Masai Mara

Unwetter in der Masai Mara
Unwetter in der Masai Mara Unwetter in der Masai Mara

Unwetter in der Masai Mara

Löwen im Regen

Löwen im Regen

Löwen im Regen
Löwen im Regen Masai Mara unter Wasser

Löwen im Regen

Löwen im Regen

Löwen im Regen

Löwen im Regen

Löwen im Regen

Löwen im Regen

Löwen im Regen

Oloimina, Löwe

Oloimina,

Löwen spielen im nassen Gras

Löwen spielen im nassen Gras

Löwen spielen im nassen Gras

Löwen spielen im nassen Gras

Löwen spielen im nassen Gras

Löwen spielen im nassen Gras

Löwen spielen im nassen Gras

Löwen spielen im nassen Gras

Löwen spielen im nassen Gras

Oloimina, Löwe


Nicht zuletzt wegen der einbrechenden Dämmerung mussten wir die Katzenbeobachtung früher als uns lieb war abbrechen.
"Du weißt nicht, wie die Pisten da vorne aussehen und ob wir hier überhaupt rauskommen! Außerdem ziehen da schon die nächsten Regenwolken auf!", drängte sie immer wieder, bis ich schließlich nachgab. Letztendlich wurde es schnell dunkel und die anstehende Fahrt bis zum Aruba-Camp war dann auch recht spannend, wobei ich eigentlich viel Vertrauen in den Land Cruiser setzte. Zuverlässig durchfuhren wir jedes noch so tiefe Wasserloch auf der Piste oder wühlten uns mit dem Wagen durch den Schlamm neben den Pisten, wenn es mal nicht anders ging! Am Ende kamen wir ein wenig spät und recht verdreckt im Aruba-Camp an. Wieder mussten wir den Sundowner ohne Sonne und auf unserer Terrasse trinken.
"Oder möchtest du lieber einen Glühwein?", fragte ich Petra, die mit Kapuzenshirt, Steppweste und Stiefeln vor mir stand und an ihrem Gin nippte.
"Ist echt gerade arschkalt!", lachte sie. An diesem Abend wählten wir uns im nach vorne offenen Camp-Restaurant einen Tisch, der etwas weiter im Zentrum des Restaurants stand, und behielten unsere Steppwesten beim Abendessen an. Die kühle Nacht spürten wir später in unseren gemütlichen Cottages dafür weniger. Eingemummelt unter der dicken Bettdecke schlief zumindest Petra wieder schnell ein, während meine Gedanken sich noch eine Weile um die Planung für den nächsten Morgen und die Rongai Löwen drehte.

Aruba Mara Camp Aruba Mara Camp



- Teil II -
Auf Büffeljagd mit dem Rongai Löwen Rudel

(hier gehts weiter - continue!)



Rongai Löwen Weibchen erlegen Kaffernbüffel


Boko Boko Guesthouse
Boko Boko - Porini, Restaurant and Guesthouse