Ein Reisebericht von:
Safari wangu, Reiseberichte und Infos


Text Jörg, Fotos Petra und Jörg Reinecke (digital)

Rongai Löwenweibchen nach erfolgreicher Büffeljagd


Erfüllte Träume in der Masai Mara und große und kleine schwarze Raubkatzen auf Beutesuche
- Unsere Safaris in die Masai Mara, ins Hochland von Laikipia und in das Lumo Conservancy im Tsavo Gebiet -
- Februar bis April 2026 / Teil II -




Auf Büffeljagd mit dem Rongai Löwen Rudel
Mit dem Wissen, wo das Rongai-Rudel am Vorabend war, und mit der Hoffnung, dass sie nicht erneut den Talek River durchquert hatten, starteten wir fast eine Stunde vor Sonnenaufgang unsere Pirschfahrt in Richtung Ol-Kiombo-Gebiet. Der heftige Regenguss vom Vortag hatte seine Spuren hinterlassen, noch immer waren die Pisten aufgeweicht und wiesen teilweise tiefe Furchen auf. Wasser stand im Gelände und auf den Pisten. Wir mussten uns früh entscheiden, welche Pisten wir nehmen wollten, und ich musste mich von der Idee trennen, entlang des Talek Rivers nach den Löwen zu suchen. Dort unten gab es kein Durchkommen.
Als sich nach kurzer Zeit der Himmel rot verfärbte und damit den Sonnenaufgang einleitete, entdeckten wir Oloimina, das Löwenmännchen vom Vortag. Majestätisch stand der Olominia, der Rongai König in der Savanne. Nur wenigen minuten später sahen wir dann auch seine Söhne, seine Töchter und seine Frauen, das Rongai Rudel. Es war letztendlich unser Glück, dass die Pisten entlang des Talek-Flusses fast nicht befahrbar waren, denn hier oben und so tief im Fig-Tree-Territorium hatten wir das Rudel nicht erwartet. Wir hatten nicht nur Glück, sie so früh entdeckt zu haben, es sah auch so aus, als wenn ihr nächtlicher Beutezug bisher noch nicht erfolgreich war. Das Rudel kam nicht von der Jagd, es war auf der Jagd. Außerdem schienen nun auch die erwachsenen Weibchen entschlossen zu sein, Beute zu schlagen. Aufmerksam um sich blickend zog das große Rudel durch die Busch-Savanne. Zwar suchten die fast erwachsenen Jungen immer wieder den Körperkontakt zu den kräftigen Weibchen des Rudels, diese hatten aber aktuell wenig Zeit für solche Liebkosungen. Das Rudel brauchte und wollte Fleisch!

Morgenrot in der Masai Mara

Oloimina

kräftiges Löwenmännchen in der Mara

junge Löwen vom Rongai Rudel, Masai Mara

einige der Löwinnen vom Rongai Rudel, Masai Mara

Löwinnen vom Rongai Rudel, Masai Mara

Löwin mit junger Löwin, Rongai Rudel, Masai Mara

2 Löwinnen vom Rongai Rudel, Masai Mara

Löwin vom Rongai Rudel, Masai Mara


Dieses Fleisch war auf einmal gar nicht so weit entfernt. Unten in der Ebene nahe des Talek Rivers standen zwei alte Kaffernbüffel-Bullen. Ich weiß nicht, ob das Rudel schon die Witterung der Kaffernbüffel aufgenommen hatte, als wir sie entdeckt hatten. Schon oft hatten wir Löwen beobachtet, die vergeblich versucht hatten, einen Kaffernbüffel zu jagen, hatten gesehen, wie ein einzelner Büffel ein ganzes Rudel auseinandergetrieben und verjagt hatte, waren auf Löwen gestoßen, die erfolgreich ihre Jagd beendet hatten und dabei waren, einen Büffel zu verspeisen, und waren auch schon Augenzeuge bei erfolgreichen Jagden auf Büffelkälber, aber noch nie hatten wir eine erfolgreiche Jagd auf einen ausgewachsenen Büffel beobachten können. Auf einmal waren wir unserem Wunsch, unserem Safariziel, so nah. Würde es dieses Mal klappen, ging es mir durch den Kopf, während ich gleichzeitig entscheiden musste, wohin ich den Land Cruiser steuern sollte. Ich musste in Sekunden die richtige Entscheidung treffen, denn das Gelände ließ keine schnelle Korrektur zu. Dicht hinter den Löwen bleiben und weiter hoffen, dass sie die Kaffernbüffel tatsächlich auch entdeckt hatten. Oder einfach daran glauben, dass die Raubkatzen die Büffel schon entdecken würden. Ich entschied mich für die letztere Variante, ließ die Löwen alleine und fuhr runter zu den Kaffernbüffeln. Diese standen friedlich und nichts ahnend, grasend im feuchten, grünen Gras.
"Bist du sicher, dass die Löwen hier runterkommen? Soweit ich sie sehen kann, laufen sie da oben immer noch zwischen den Büschen umher!", fragte Petra, während sie mit dem Fernglas nach den Raubkatzen sah. Tatsächlich sah es nicht so aus, dass die Löwen Jagd auf die Büffel machen wollten. Keine einzige Katze, die wir sehen konnten, nutzte irgendwelche Deckung aus oder machte den Eindruck, als ob sie sich anschleichen wollte.
"Doch sie sind auf dem Weg hier runter, irgendetwas wird passieren!", war ich mir sicher. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Wir entdeckten eine Löwin, die wir vorher nicht gesehen hatten, in einem Busch hinter den Kaffernbüffeln und Sekunden später eine zweite, die im Laufschritt auf die Büffel zulief. Die beiden fast eine Tonne schweren, schwarzen Kolosse waren genauso überrascht wie wir und galoppierten erschrocken los. Kaum hatten sie sich in Bewegung gesetzt, erschienen drei Löwinnen, wie aus dem Nichts hinter ihnen. Die Jagd konzentrierte sich sofort auf das hintere, offensichtlich ältere oder schwächere Tier. Während der zweite Büffel schnell das Weite suchte, war eine der Löwinnen mit wenigen kräftigen Sprüngen schnell unmittelbar hinter dem anderen Kaffernbüffel. Hatte ich anfangs genau neben den Büffeln gestanden und damit gerechnet, dass die Büffel bei einem Angriff in Richtung Talek River fliehen würden, musste ich nun rückwärts fahren, um mit Beute und Löwen auf einer Höhe zu bleiben. Rückwärtsfahren und erste Bilder machen waren dabei eine kleine Herausforderung. Letztendlich nur weniger als 10 oder 20 Meter, denn dann sahen wir die verfolgende Löwin schon am Hinterteil des Büffels hängen. Ihre messerscharfen Krallen hatten sich in den Rücken gebohrt und ihre langen Fangzähne sich an der Wirbelsäule verbissen. Die Augen der Löwin blitzten uns über den schwarzen Rücken des angegriffenen Tieres entgegen, während weitere Löwen angestürmt kamen. Der Büffel drehte sich ein oder zweimal im Kreis und versuchte, seine weiteren Angreifer abzuwehren, und schaffte es auch ein paar Sekunden, die anderen Löwinnen von einer Attacke abzuhalten, doch dann hing auch eine zweite Löwin an seinem Hinterteil. Immer wieder schlug der Büffel mit schwenkendem Kopf und seinen fürchterlich spitzen und riesigen Hörnern nach den Raubkatzen. Diese wichen jeweils geschickt zurück und so kam es, dass es keine der Löwinnen schaffte, sich in der Kehle des schwarzen Riesen zu verbeißen. Aber immer mehr hungrige Mäuler schnappten nach den Beinen, verbissen sich im Rücken oder sprangen den Büffel einfach auf den Rücken. Am Ende war es die schiere Übermacht von 14 kräftigen Löwen, die den Giganten zu Fall brachte. Hatte die ganze Jagd nur Minuten gedauert, so waren es nun Sekunden, in denen der schwarze Körper unter der Übermacht der Löwen verschwand.

Rongai Rudel, die Büffeljagd beginnt

junge Löwen vom Rongai Rudel jagen Kaffernbüffel

der erste Sprung an den Kaffernbüffel

Rongai Rudel, die Büffeljagd

Rongai Rudel, die Büffeljagd

Rongai Rudel, die Büffeljagd

Rongai Rudel, die Büffeljagd

Rongai Rudel, die Büffeljagd

Rongai Rudel erbeutet Kaffernbüffel

Rongai Rudel erbeutet Kaffernbüffel

Rongai Rudel erbeutet Kaffernbüffel

Rongai Rudel erbeutet Kaffernbüffel

Rongai Rudel erbeutet Kaffernbüffel

der letzte Kampf des alten Kaffernbüffel, Rongai Löwen



Jetzt, wo der Kaffernbüffel am Boden lag, bemühte sich eine der alten Löwinnen, ihn durch das Überstülpen ihres Maules über das seine den Büffel zu ersticken. Doch zur selben Zeit bohrten sich auch schon unzählige Zähne in sein Fleisch. Das Rudel war hungrig und gierig. Anderthalb Stunden lang knackten Knochen, schmatzten, knurrten oder fauchten die Löwen sich an. Blutverschmierte Mäuler kamen immer wieder zum Vorschein oder gierige Augen blinzelten über der Beute. Diese wurde immer kleiner, schnell blinkten erste Knochen und Rippen mit Fleischresten in der aufgehenden Sonne. Dann erschien auf einmal der alte Löwe. Das Männchen bahnte sich einen Weg durch die fressenden Löwen und tat sich ebenfalls an der erlegten Beute gütlich. Niemand wagte es, sich dem König des Rudels in den Weg zu stellen oder ihm seinen Anteil zu verweigern.

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel

Rongai Löwenrudel frisst erbeuteten Kaffernbüffel


Nach zweieinhalb Stunden Fressgelage verließen wir zunächst den Schauplatz, um im Schatten eines Baumes selber ein wenig Nahrung zu uns zu nehmen. Für dieses Bushfrühstück hatten wir uns vom Aruba-Team einfache Sandwiches mit Tomaten und Käse gewünscht. Dazu ein gekochtes Ei, Speck und Würstchen sowie heißer Tee mit Milch. Während des Frühstücks gingen uns die Bilder der vergangenen Stunden immer wieder durch den Kopf.
"Ziel erreicht, alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus!", stellte ich fest, als wir unseren Frühstücksplatz wieder räumten, um zu den Löwen zurückzufahren. Als wir den morgendlichen Schauplatz erreichten, sahen wir zunächst erste Kappengeier auf einem nahen Baumstumpf sitzen. Am Kadaver selber war nur noch eine einzelne junge Löwin am Fressen. Der Großteil des Rudels ruhte im Schatten mehrerer Büsche, die in einiger Entfernung standen. Oloimina, das Männchen, lag unterdessen alleine und etwas dichter am Kadaver. Wir waren uns sicher, dass vereinzelte Rudelmitglieder im Laufe des Nachmittags und vermutlich auch noch in der Nacht immer wieder zum Fressen an den Büffelkadaver zurückkehren würden und dass das Rudel die Beute erst aufgeben würde, wenn das letzte Fleisch von den Knochen abgenagt war. Deshalb beschlossen wir, zunächst weiter zu pirschen, aber uns von Zeit zu Zeit an den Kadaver zurückzukehren.

matschige Pisten in der Masai Mara
Buschfrühstück in der Masai Mara Buschfrühstück in der Masai Mara

Kappengeier neben unserem Frühstücksplatz

Es blieb wenig übrieg, Rongai Löwenrudel

Es blieb wenig übrieg, Rongai Löwenrudel



Ganz im Gegenteil zum recht dramatischen und actionreichen Vormittag zeigte sich die Mara am Nachmittag von ihrer idyllischen Seite. Wir beobachteten friedlich grasende Grantgazellen, Impalas, Elend, Topis und sogar ein einzelnes Gnu Außerdem begegneten wir einer Handvoll Kaffernbüffel, denen es deutlich besser ging als ihrem Artgenossen. Auf einem von ihnen trällerte uns ein Rotschnabelmadenhacker ein ungewohnt klingendes Lied, während andere die Ohren und Nasenlöcher der Wiederkäuer von Plagegeistern wie Zecken und Fliegen befreiten. Ein anderer fleißiger Rotschnabelmadenhacker überraschte uns damit, als er aus dem Rückenfell eines jungen Zebras Haare herauszupfte, um vermutlich sein Nest damit auszupolstern. Flinke und scheue Zebramangusten huschten von Verstecke zu Versteck. Ein kräftiger Warzenschweinkeiler und einige schwarze Hornraben wanderten ebenfalls auf der Suche nach Nahrung durch die Grassavanne, genauso wie ein hübscher Graufalke die Umgebung nach Fressbarem mit seinen großen scharfen Augen absuchte, oder ein Schabrackenschakal das gleiche mit seiner feinen Nase tat. Es gab also auch außer Katzen einiges zu sehen im kurzen Gras der Ol-Kiombo-Seite.

Grandgazellenbock

Elenantilope

Gnu

Kaffernbüffel

Rotschnabelmadenhacker

Rotschnabelmadenhacker auf Kaffernbüffel

Rotschnabelmadenhacker

Zebrafohlen

Warzenschwein

Hornrabe
Graufalke Zebramanguste

Schabrackenschakal



Als wir dann zwischendurch wieder bei den Löwen vorbeischauten, hatten sich bereits zwei Tüpfelhyänen, ganz unscheinbar, in den Schlammlöchern einen Platz in der Nähe des Kadavers gesichert. Genau wie auch erste Weißrückengeier die vermeintliche Mahlzeit aus der Luft entdeckt hatten und in der Nähe gelandet waren. An den Kadaver heran traute sich aber noch keiner der Aasfresser, denn dort waren zunächst erst einmal wieder einige Löwen am Fressen. Während eine kleine Gruppe Zebramangusten das Treiben rund um den Kadaver völlig desinteressiert beobachtete.

Tüpfelhüäne beim Schlammbad

Black Soil, Masai Mara Pisten

Tüpfelhüäne

Weissrückengeier
Weissrückengeier Weissrückengeier

Rongai Löwen am Büffelkadaver

kaltes Tusker Bier im Bush

Rongai Löwen am Büffelkadaver

Rongai Löwen am Büffelkadaver

dunkle Wolken über der Masai Mara

dunkle Wolken über der Masai Mara

Impala Herde im Regen, Masai Mara



Als es am späten Nachmittag wieder zu regnen begann, bemühten wir uns, zeitnah eine feste Piste und dann auch das Aruba-Camp zu erreichen. Wir wollten unser Foto- und Beobachtungsglück ja nicht überstrapazieren. Aber natürlich wollten wir am nächsten Tag wissen, was die Löwen von dem Kadaver übriggelassen hatten. Ob sich tatsächlich die Hyänen an die restlichen Knochen herangetraut hatten, grundsätzlich wollten wir eigentlich alles über den Ausgang dieser "Wildlifestory" wissen. So waren wir dann auch kurz nach dem perfekten Sonnenaufgang zurück am Büffelkadaver bzw. dem, was übriggeblieben war, und das war nicht mehr viel. Am Kadaver kaute eine einzelne, jüngere Hyäne an den fast blank gefressenen Rippen herum. Der Schädel war so weiß und fleischlos, als ob er schon seit Wochen in der Mara herumliegen würde. Mit dem Schädel verbunden lag die sauber abgefressene Wirbelsäule am Ort des Geschehens, alle anderen Knochen, sämtliche Gliedmaßen oder Teile der Haut waren verschwunden. Vermutlich hatten zunächst die Löwen gefressen, was noch in ihre ohnehin schon bei unserer Wegfahrt prall gefüllten Bäuche hineinging, und dann hatten die Tüpfelhyänen und Schakale davongetragen, was sie tragen konnten. Wir gingen nicht davon aus, dass die Löwen und die Hyänen sich noch eine Schlacht um die Reste geliefert hatten. Wenig später fanden wir das Rudel in der Morgensonne ruhend. Die Löwen waren nicht allzu weit weg von der Stelle, an der wir sie zwei Tage zuvor das erste Mal auf der Ol-Kiombo-Seite gefunden hatten. Als die Sonne später kräftiger wurde, marschierten die Raubkatzen los, um sich einen Schattenplatz zu suchen. Nachdem die Rongai-Löwen sich in den Schatten zurückgezogen hatten, inspizierten wir noch einmal den restlichen Büffelkadaver und überzeugten uns von der Größe des Kaffernbüffels.

Sonnenaufgang in der Masai Mara

Sonnenaufgang in der Masai Mara

Tüpfelhyäne am Kaffernbüffelkadaver

Tüpfelhyäne am Kaffernbüffelkadaver

Tüpfelhyäne am Kaffernbüffelkadaver

satte Löwen, Rongai Rudel

satte Löwen, Rongai Rudel

satte Löwen, Rongai Rudel

satte Löwen, Rongai Rudel

satte Löwen, Rongai Rudel

satte Löwen, Rongai Rudel

satte Löwen, Rongai Rudel
die Reste des erbeuteten Kaffernbüffels die Reste des erbeuteten Kaffernbüffels

die Reste des erbeuteten Kaffernbüffels



Anschließend wollten wir eigentlich am Ufer des Ol Are Orok bzw. im Double-Crossing-Gebiet nach Faulu, einer uns schon lange bekannten Leopardin, suchen. Wir hatten uns zwar schon gedacht, dass Pirschfahrten am Ufer des Ol Are Orok kompliziert werden würden, aber die erneuten Regenfälle hatten die Lage noch verschlimmert. In der Nacht oder am Morgen hatte es anscheinend in anderen Gebieten heftiger geregnet, so dass der ohnehin volle Ol Are Orok und der Ntiakartec River Hochwasser führten und letzterer sogar die Brücke des Double Crossings überspülte. Außerdem waren die Pisten im gesamten Gebiet weich und matschig, Teile glichen einer Seenlandschaft. Letztendlich kam uns ein Hinweis auf eine Löwin mit drei ganz kleinen Jungen genau recht und wir versuchten unser Glück in der beschriebenen Richtung. Aber ohne Allrad ging an diesem Vormittag in der Region gar nichts. Das Fahren war eine echte Herausforderung und ich würde einmal vorsichtig behaupten, es war nicht langweilig! Immer wieder versuchte Petra, ihre Seitenscheibe rechtzeitig zu schließen, damit ihr nicht ständig große Matschklumpen um die Ohren flogen. Irgendwann hatten wir uns dann zu dem beschriebenen Buschwerk durchgearbeitet, konnten aber sowohl von der Löwin als auch von den Cubs nur wenig sehen. Zu gut waren sie in dem dichten Buschwerk versteckt. An die Wichtigkeit solch guten Verstecke für junge Löwen, sollten wir am Ende unserer Safari im Lumo, noch einmal schmerzlich erinnert werden. Als wir uns bei dem Versuch, eine bessere Position zu finden, dann auch noch in einem Warzenschweinbau festfuhren und es zunächst danach aussah, als müsse ich mich mit dem Wagenheber oder durch Abschleppen aus der Lage befreien bzw. befreien lassen, hatte der Spaß zunächst ein Ende. Nachdem ich aber dank Differenzialsperre und ohne fremde Hilfe sowie ohne Wagenheber recht einfach aus dem Warzenschweinloch herausfahren konnte, stieg die Stimmung schlagartig.
"So, jetzt hält uns nichts mehr auf!", verkündete ich stolz.
"Schaun wir mal! Das Wetter wird nicht besser und ein paar Tage haben wir noch hier in der Mara!" bremste Petra meinen Übermut.
"Und da fährst du jetzt nicht rüber!" zeigte sie in eine Senke, die mit Matsch und Wasser gefüllt war und die eigentlich unsere Richtung gewesen wäre. Um es nicht zu übertreiben, drehte ich ab und versuchte, irgendwo wieder festeren Boden unter die Reifen zu bekommen. Während wir uns so durch die nasse Mara wühlten, entdeckten wir immer mal wieder die ein oder andere Echse und zu unserer großen Freude auch eine erste Leopardschildkröte.

Double Crossing wird überflutet

Double Crossin Gebiet unter Wasser
gut versteckte Löwenbabys, Masai Mara Festgefahren im Erdferkelbau

gut versteckte Löwenbabys, Masai Mara

Zebraskink

Leopardschildkröte

Leopardschildkröte



Gegen Mittag erfuhren wir dann auf Nachfrage, dass Faulu schon seit einigen Tagen nicht gesehen worden war. Stattdessen bekamen wir aber einen Hinweis auf die Leopardin Akira. Diese hatte aktuell sogar zwei Babys. Allerdings hielt sich Akira in einem sehr schwierigen Gelände auf, in dem nicht Wasser und Matsch, sondern Akaziendornen und Steine das Problem darstellten. Zusammen mit einem Fahrzeug vom Aruba-Camp fuhren wir trotzdem in das besagte Gebiet und wollten unser Glück versuchen. Nach einiger Zeit entdeckten wir tatsächlich auch Akira oben in einer dornigen Akazie ruhend, aber das Gelände machte keinen Spaß. Eine Suche nach den Jungen erschien mir in diesem Dornengewirr sinnfrei, zumal sich neuer Regen ankündigte. Und so fuhren wir zurück ins Ol-Kiombo-Gebiet, wo wir neben recht viel anderem Wild, am späten Nachmittag erneut Ruka, das Gepardenmännchen, entdeckten. Wieder war sein Bauch prall gefüllt, als er uns in der Grassavanne entgegenkam. Ruka war zwar satt und mehr als gut genährt, aber er musste vorsichtig sein, denn seine Pirsch führte ihn genau in Richtung der Rongai-Löwen und diese waren tatsächlich schon wieder im Aufbruch zu einer erneuten Jagd. Obwohl immer noch mit dicken Bäuchen unterwegs, beobachteten wir einige der jungen Löwen, wie sie ein grasendes Flusspferd nicht mehr aus den Augen ließen, dann aber versuchten, ein Warzenschwein zu erbeuten. Das ganze mit einigen jungen, übermütigen Elefantenbullen im Hintergrund, so dass man wieder einmal nicht wusste wo man zuerst hinschauen sollte.

Leopard, Akira im Baum

Thomsongazellen
Thomsongazelle, Weibchen Senegaltrappe

Impalas

Leierantilope, Topi - Masai Mara
Nimmersatt Flycatcher

Masai Giraffen

Gepard Männchen, Ruka

Gepard Männchen, Ruka

Rongai Löwinnen auf der Pirsch

Rongai Löwinnen auf der Pirsch

Flusspferd in der Masai Mara

anpirschen

junge Löwen jagen Warzenschweine, Rongai Rudel

junge Löwen jagen Warzenschweine, Rongai Rudel

junge Löwen jagen Warzenschweine, Rongai Rudel

Elefanten, spielende Jungbullen

lefanten, spielende Jungbullen

wieder dunkle Wolken über der Masai Mara

Fig Tree Löwen haben Zebra erbeutet

Fig Tree Löwen haben Zebra erbeutet

Fig Tree Löwen haben Zebra erbeutet

Fig Tree Löwen haben Zebra erbeutet



Da die Dämmerung, dem Wetter geschuldet, an diesem Tag schnell über uns hereinbrach, machten wir uns zeitig auf den Weg in Richtung Aruba-Camp. Wurden dann aber noch einmal durch eine unerwartete Sichtung aufgehalten. Zwei Weibchen, die wir dem Fig-Tree-Rudel zuordnen konnten, hatten ein Zebra gerissen. Während die beiden Löwinnen schon satt waren und schliefen, fraßen ihre drei Jungen und interessanterweise auch Oloimina, das alte Rongai-Männchen, einhellig zusammen von der Beute, bevor dann auch die Jungen in ein Sattkoma fielen und wir für eine letzte Übernachtung zum Aruba-Camp zurückfuhren. Noch einmal ließen wir uns im Aruba-Restaurant verwöhnen und verbrachten eine vorerst letzte Nacht in dem neuen Aruba-Cottage. Noch am Abend verabschiedeten wir uns von Peter und seinem Team, denn am nächsten Morgen wollten wir früh und ohne Frühstück aufbrechen und in das Mara-Bush-Camp ziehen. Hier wollten wir die nächsten drei Nächte verbringen, bevor wir dann weiter bis zum Lumo Reservat fahren wollten.

- Teil III -
Es bleibt spannend, viel Zeit mit dem Gepard Ruka

(hier gehts weiter - continue!)



Gepard Ruka, Flussüberquerung mit vollem Bauch


Boko Boko Guesthouse
Boko Boko - Porini, Restaurant and Guesthouse