
|
Auf dem Weg zur Hunters Lodge Obwohl wir keine morgendliche Pirschfahrt geplant hatten, waren wir gewohnt, früh auf den Beinen. Schließlich hatten wir uns mit dem Zwischenübernachtungsziel Hunters Lodge ein ordentliches Stück Straße für die Rückfahrt vorgenommen. Zunächst aber frühstückten wir sehr ausgiebig im Mara-Bush-Camp, verabschiedeten uns dann vom Management sowie von einigen, im Laufe der Jahre, sehr vertraut gewordenen Campmitarbeitern und brachen dann auf. Ich hatte Petra versprechen müssen, dass ich tatsächlich auf dem kürzesten Weg in Richtung Talek fahren würde, und hielt mich auch, schweren Herzens, an diese Vereinbarung. Dass wir trotzdem noch zusahen, wie eine Tüpfelhyäne einem Schabrackenschakal das frisch erbeutete Thomsen-Gazellenkitz abjagte und dann verspeiste, war wohl das Glück der Tüchtigen!
![]() ![]() ![]()
Ohne nennenswerte Zwischenfälle oder Erlebnisse erreichten wir Narok und nutzten den auf der Hinfahrt schon aufgeklärten Quickmarket für einen ausgiebigen Einkauf. Wir brauchten Lebensmittel und Getränke für vier Personen und vier bis fünf Tage und das war in dem modernen Supermarkt auch kein matata (Problem). Als wir jedoch unseren Einkauf mit unseren Freunden in Mombasa am Telefon durchgingen, erfuhr ich, dass die eingekaufte Menge an Tusker-Bier nicht ausreichen würde. "Bring mal bitte für Karsten noch zwei Sixpacks Tusker mehr mit!", las ich verwundert auf meinem Handy und ging im Kopf noch einmal die Anzahl der geplanten Safaritage durch. Aber auch das war natürlich Hakuna Matata und konnte unterwegs erledigt werden. Das Rift Valley war schnell durchquert, dafür dauerte die Auffahrt ab Mai Mahiu wieder etwas länger. Irgendwann hatten wir dann die Stadtgrenze von Nairobi erreicht, waren wenig später auf dem Express Highway und vierzig Minuten später lag Nairobi schon hinter uns!
Bis zur Hunters Lodge waren es dann noch ungefähr 160 Kilometer. Schon den ganzen Tag hatte Kenya sich von seiner sonnigen Seite gezeigt und über uns leuchtete ein hellblauer Himmel. In Emali kauften wir noch zwei Beutel frische Tomaten und natürlich Zwiebeln sowie Knoblauch, so dass wir gut neun Stunden, nachdem wir die Mara verlassen hatten, vor dem Tor der Hunters Lodge standen. Nach wie vor ist die Hunters Lodge eine gute Wahl, wenn man zwischen Nairobi und der Küste einen Zwischenstopp einlegen möchte. Da wir am nächsten Tag zunächst nur bis nach Voi fahren mussten, passte es auch in unserem Fall. Auch wenn unser Zimmer dieses Mal fast in der hintersten Ecke der Lodge lag, so waren wir doch schnell eingezogen. Hatten unsere sieben Sachen verstaut, eine heiße Dusche genossen, zwischendurch eine Kleinigkeit gegessen und dann waren wir auch schon im Bett. Am nächsten Morgen saßen wir bereits um 6 Uhr morgens im Halbdunkel auf der Terrasse vor dem Restaurant der Hunters Lodge und schlürften unseren Tee sowie ein, zwei Gläser Orangensaft. Dann brachen wir auch schon auf in Richtung Voi. Total unüblich waren wir an einen festen Zeitplan gebunden. Schließlich wollten wir unsere Freunde nicht am Bahnhof warten lassen. Denn eines war klar und ganz anders als in Deutschland: In Kenia waren die Züge pünktlich!
![]() ![]()
Erste spannende Tage im Lumo Conservancy Der aufgehenden Sonne entgegen waren wir zunächst auf einer recht leeren Hauptstraße unterwegs. Später im Tsavo-Gebiet nahm der Verkehr dann wie erwartet wieder zu. Aber im Tsavo-Gebiet fuhren wir auch gerne etwas langsamer, wenngleich wir uns nicht die Zeit nahmen, die 2 Elefanten sowie die Zebras und Paviane am Straßenrand zu fotografieren. Natürlich hatten wir, wie so oft auf Kenias großen Straßen, das Gefühl, dass auf unsere Köpfe eine Prämie ausgesetzt war. Immer wieder zwangen uns entgegenkommende, überholende LKWs zu riskanten Fahrmanövern oder scherten todesmutige Matatufahrer unkontrolliert vor uns ein, um kurz darauf mit einer Vollbremsung am Straßenrand zu stoppen. Mit dem besseren Asphalt, den es zweifelsfrei nach dem Neubau des Nairobi-Mombasa-Highways gab, hatte auch die Geschwindigkeit auf dieser Straße zugenommen. Was früher schon gefährlich war, war nun lebensgefährlich Aber am Ende erreichten wir Voi ohne irgendwelche Schäden oder Zwischenfälle. Unser erster Stopp war dann zunächst ein Tankstopp, um sicher zu sein, dass beide Dieseltanks randvoll gefüllt sind. Dann fuhren wir zum neuen Bahnhof, wo wir gut zehn Minuten vor dem erwarteten Zug aus Mombasa ankamen. Kaum stand der Zug, erschienen auch schon Karsten und Christiane bei uns. Wer regelmäßig in unseren Safariberichten blättert, weiß vielleicht noch, dass die beiden mittlerweile in Kenia leben und ein kleines, gemütliches Haus am Jumba Beach bewohnen. Befreundet sind wir schon mehr als unser halbes Leben und über eine gemeinsame Safari hatten wir fast genauso lange nachgedacht. Es war alles andere als leicht, Christianes Vorstellungen und unsere auf einen Nenner zu bringen, und auch Karsten hatte andere Vorstellungen als wir. Am Ende konnten wir uns dann darauf einigen, wenigstens ein paar Nächte in der Wildnis zu verbringen und dafür aber die Intensität der Pirschfahrten etwas einzuschränken.
![]()
"Also Jogi, damit das von vornherein klar ist. Das Wichtigste ist Spaß, du sollst auf keinen Fall Druck haben. Was wir sehen, ist gut und was wir nicht sehen, ist auch gut!" war dann auch einer der ersten Sätze von Karsten. Woraufhin Christiane gleich fragte: "Wie gut sind eigentlich die Chancen, einen Leoparden zu sehen?" "Nö klar, kein Druck!", lachte ich und musste dann aber eingestehen, dass die Chancen auf einen Leoparden sehr gering waren. Aber die Frage erinnerte mich daran, dass ein eigener Schlüssel für den Fotohide wieder ganz hilfreich wäre. Weshalb ich sogleich den Camp-Manager anrief: "Hi Douglas, we are now on our way from the train station to Lumo. And will drive after arriving in the park directly to the bandas. Can you arrange a hide key for me?" "Oh, hi Jorg. Yes, of course, happy to see you soon!" antwortet Douglas, dann war das Gespräch auch schon beendet und wir bereits auf der Verbindungsstraße von Voi in Richtung Taveta bzw. auf dem Weg in das Lumo Conservancy. Obwohl wir sehr gut und zügig vorankamen, tauchte nach geschätzten dreißig Minuten Fahrzeit die Frage auf: "Sind wir eigentlich noch lange auf der Straße unterwegs oder gleich da?" Ich wusste, dass die Frage ernst gemeint war, und war froh, dass es tatsächlich nicht mehr weit bis zur Lumo Conservancy war. "Noch ein kurzer Einkaufsstopp und dann ist es fast geschafft. Anschließend verspreche ich dir drei Tage nur noch Bushpisten!" antwortete ich lachend. Kurz darauf stoppte ich den Land Cruiser am Straßenrand und Petra und Christiane kauften an den Holzständen der Einheimischen einige Bananen und Avocados ein. Nur 10 Minuten später bog ich auf die Piste zum Lumo-Reservat. Es wurden noch schnell ein paar Erinnerungsfotos am Hinweisschild gemacht und dann erreichten wir auch schon das Gate, wo ich mich um die Bezahlung der Parkgebühren kümmern wollte. "What did you say, how long do you like to stay? Was it Cheetah Camp oder Lions Bluff Lodge? How many are you?" Verzweifelt suchte die junge Dame in dem kleinen Büro am Gate in ihren Unterlagen nach unseren Namen und unserer Buchung für das Reservat. "Don't worry, we stay in Leopard's Lair and I pay the park fee here by myself, it's not paid from Sunworld!" versuchte ich, ihr zu helfen, und schlug dann noch vor: "Let me phone with Douglas, he will explain to you!" Aber da hatte die junge Lady bereits selber ihr Handy in der Hand und telefonierte mit der Lions-Bluff-Lodge-Rezeption. Anschließend fing sie sofort an, die notwendigen Einträge zu machen und die Quittungen zu erstellen. "All good now?" fragte ich, ob alles geklärt war, und bekam nur ein Kopfnicken und ein kurzes: "Yes, all good!" kurz darauf hielten wir unsere Parktickets in der Hand und fuhren hoch zu den Leopards-Lair-Cottages.
Zwei der fünf Cottages bzw. Bandas waren für uns reserviert. So dachte ich zumindest. Mit etwas verblüfften Gesichtsausdrücken wurden wir herzlich begrüßt. Das Entladen des Gepäcks war dann etwas zögerlich und unsere Begrüßungsdrinks vermisste ich auch. Außerdem war man gerade erst dabei, das Geschirr in unserem Banda abzuwaschen. Ich schob das Durcheinander auf den Umstand, dass mit uns noch zwei weitere Paare, die zeitgleich mit uns erschienen waren, eincheckten. "Ist wohl gerade ein bisschen viel los, läuft sonst anders, wenn wir ankommen!", versuchte ich, Karsten und Christiane die Situation zu erklären. Kaum hatten wir uns sortiert und in unseren Bandas eingerichtet, erschien Douglas, der Manager, und begrüßte uns alle mehr als herzlich. Fast nebenbei bat er mich: "Becky wants to talk to you. Maybe you can call her!" Noch immer ahnte ich nicht, worum es ging, als ich das Hauptbüro in Nairobi anrief. "Hi Rebecca, you like to talk to me?", fragte ich sie unwissend. "Hi Jorg, how are you? I just want to let you know that there is no booking for these dates. I have just the booking for the end of March to April! I checked with Gaby every mail and every WhatsApp, there is no booking from you. And also no payment! But it's no problem, the bandas are free, you can stay!" Erstaunt blieb mir nur, zu antworten: "Yes, thank you, just send me a new invoice!" Nun begriff ich das Durcheinander bei unserer Ankunft. Wenn niemand wusste, dass wir kommen, konnte auch niemand etwas vorbereiten. Erleichtert, dass wir bleiben durften, beichtete ich den anderen die fehlende Buchung! Noch während wir unser erstes Frühstück in unserer Außenküche vorbereiteten, mussten wir immer wieder über meinen Fauxpas lachen. Wir hatten uns darauf geeinigt, die heißen Mittagsstunden oben im Camp zu verbringen und nachmittags immer erst so gegen 3 Uhr zu unseren Abendpirschfahrten aufzubrechen. Genauso, wie wir immer so gegen 11 Uhr, wenn es anfing, heiß zu werden, zum späten Frühstück wieder an unseren Bandas sein wollten. Einzig von einem frühen Aufbruch am Morgen konnte ich unsere Begleiter überzeugen. Aber der Lumo war eben auch nicht die Masai Mara, sondern das Reservat grenzte an den Tsavo, genaugenommen an den Tsavo-West-Nationalpark, und Tsavo bedeutete oft Hitze. Tsavo war heiß! So auch jetzt: Im Gegensatz zur feuchten, nassen, eher kühlen Mara der letzten Tage war es im Lumo aktuell staubig, trocken und heiß. Schon bei der Anfahrt zu den Leopards-Lair-Cottages hatten wir gleich hinter dem Gate die erste ausgetrocknete Wasserstelle passiert. Wenn wir jetzt von unserem Banda hinunter in die Ebene sahen, blickten wir in eine braune, trockene Landschaft.
Soroi Leopards Lair Cottages - Lumo Conservancy ![]()
![]()
![]()
Gespannt brachen wir am frühen Nachmittag zu einer ersten Pirschfahrt auf, wobei wir zunächst den Fotohide ansteuerten, den Christiane unbedingt kennenlernen wollte. Auf der Fahrt zum unterirdischen Fotoversteck und seiner kleinen Wasserstelle sahen wir erste Zebras, Gnus und Kongonis sowie verschiedene Vögel. Wobei der Schwarzflügelgleitaar aufgrund seines komplizierten Namens und der häufigen Sichtungen nach kurzer Zeit umgetauft und zum "Der, den man immer sieht" wurde. Katzen sahen wir zunächst noch keine. Was Karsten nach kurzer Zeit zu der Frage veranlasste: "Jogi, sag mal, wo halten sich um diese Zeit die Löwen auf und warum sind die nicht hier, wo die ganzen Zebras sind?" "Ich lasse mich nicht unter Druck setzen, aber die beste Chance auf Löwen haben wir am späten Nachmittag am Lions Rock, wo wir auch unseren Sundowner trinken werden!", antwortete ich lachend und Karsten nahm das Stichwort "Trinken" auf und öffnete seine erste Dose Tusker! Wenig später war Christiane begeistert vom Foto Hide, dem umstehenden Wild und der Möglichkeit, die Tiere ganz dicht vor sich zu haben. Vor den geöffneten Fenstern tummelten sich Zebras, Warzenschweine, kleine Kudus, Gnus und Kuhreiher zum Greifen nahe.
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]()
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Foto Christiane ![]()
![]() Foto Christiane ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Nach dem ausgedehntn Abstecher in den Foto-Hide pirschten wir über die staubigen Sandpisten des Lumo- und Taita-Hill-Reservates, sahen weitere Antilopen wie Wasserböcke, Impalas oder Grant-Gazellen und begegneten ersten Elefanten. Löwen entdeckten wir an unserem ersten Nachmittag und Abend im Park nicht, dafür zelebrierten wir aber einen ersten, traumhaften Sundowner, genossen den Sonnenuntergang und kühle Drinks und wurden bei der späten Pirsch zurück ins Camp nicht nur von einer Ginsterkatze am Lion Rock überrascht, sondern hatten in der Dunkelheit noch eine ganz besondere Begegnung auf der Piste. "Was läuft da?", rief Petra aufgeregt, als sie im Scheinwerferlicht des Land Cruisers zwei große und ein kleines dunkles Tier erblickte. "Stachelschweine, wie geil ist das denn!" jubelte ich und auch alle anderen waren mehr als begeistert. Nachdem wir es tatsächlich geschafft hatten, wenigstens das jüngste und kleinste der scheuen Tiere brauchbar zu fotografieren, entbrannte sofort die Diskussion, wie lange es her war, dass man ein Stachelschwein gesehen hatte. Am Ende waren wir uns einig, dass wir etwas ganz Besonderes erlebt und beobachtet hatten. Auf dem Weg nach oben zum Leopards Lair Camp und unseren Bandas, entdeckten wir als weiteres kleines Highlight noch ein schlafenden Lappenchamäleon im grünen Astgewirr eines Busches am Pistenrand. Und genauso spannend gingen die folgenden drei Tage auch weiter.
![]() ![]()
![]() ![]() ![]() ![]() ![]()
An den folgenden Tagen brachen zeitig auf, waren wie abgesprochen früh am Banda und fuhren dann etwas später am Nachmittag wieder in die Ebene hinunter. Wie am ersten Tag und ebenfalls abgesprochen hatten wir viel Spaß, haben immer gemeinsam gekocht und lecker gegessen. Das Beste an allem: Jeder Tag und jede Nacht hatte mindestens ein tierisches Highlight. Die gesuchten Löwen sah Karsten an jedem Tag. Wir sahen sie in der Savanne bei dem Versuch, Zebras zu jagen, wir sahen sie in der Sonne dösen, durch das trockene Gras pirschen oder beobachteten sie beim Spielen und wir sahen sie am Lions Rock in der Felswand und am Ende noch oben auf dem Rock. Nachts beobachteten wir ein Weibchen sogar, wie es ihre vier, nur wenige Wochen alten Jungen von einem Versteck ins nächste trug! Behutsam hatte die Löwin bei jedem Transport ihren winzig wirkenden Nachwuchs im sonst tödlichen Maul. Ich hatte als mein persönliches Highlight gleich zweimal das Glück, einen schwarzen Serval zu sehen zu bekommen, wobei sich Karsten und Christiane als sehr gute "Spotter" bewiesen und nicht nur diese kleinen, im braunen, hohen Gras gut versteckten Wildkatzen entdeckten. Christiane musste am Ende leider auf eine Leoparden-Sichtung verzichten, obwohl die Wildkamera tatsächlich kurz vor unserer Ankunft im Lumo einen Leoparden aufgezeichnet hatte und der Fotograf Klorian Kälber, der den Foto Hide während unserer Tage im Lumo, exklusiv für sich gebucht hatte, hatte sogar das unglaubliche Glück das Leoparden Männchen in den frühen Morgenstunden vor dem Sonnenaufgang zu am Wasserloch zu fotografieren. Christiane hingegen wurde durch viele andere Wildbeobachtungen entschädigt und hatte besonders Gefallen an den offenen Grassavannen, in denen sich viele unterschiedliche Tierarten friedlich nebeneinander versammelt hatten. Besonders gefiel ihr das Grasland um die Salt Lick Lodge, wo Elefanten sowie Hunderte von Zebras und Antilopen friedlich nebeneinander grasten. Wobei sie sich nicht bewusst war, welches Glück sie mit dieser Beobachtung hatte. Denn so im Überfluss hatten wir es auch schon lange nicht mehr gesehen und nicht einmal zwei Monate später erlebten wir es auch ganz anders und mit unglaublich vielen Black Serval Begegnungen und Beobachtungen. Aber dazu später.
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]()
![]()
![]() ![]() ![]() ![]() Foto Karsten
Petra hatte wie immer an jeder Elefantenbegegnung und an Leopardschildkröten ihre Freude, hätte nur gerne auf die nächtliche Begegnung mit einer Puffotter verzichtet. Ich freute mich neben den schwarzen Servalen natürlich über jedes Reptil im Reservat. Wobei wir neben lebenden Schlangen, Schlangen Skelette und eine komplette unbeschädigte, frische Abhäutung einer Puffotter fanden, die inziwschen schon sehr professionell aufgearbeitet wurde. Einen Weißkehlwaran suchten wir allerdings vergeblich.
![]() ![]()
Am Morgen des dritten Tages wurden wir alle von einem weiteren Highlight überrascht. Dieses Mal war ich es, der seinen Augen nicht trauen wollte, als wir vor uns vier Geparden an einem frisch gerissenen Zebrafohlen erblickten. Die vier waren für Petra und mich keine Unbekannten, es handelte sich um eine Gepardenmutter mit ihren drei inzwischen fast ausgewachsenen, männlichen Jungen. Da sich die Gepardin recht schnell von dem Kill entfernt und nur wenig gefressen hatte, ging ich davon aus, dass es eine weitere, vielleicht letzte Lehrstunde für ihren Nachwuchs gewesen war und die drei Jungen das Zebrafohlen alleine gerissen hatten. Diese ließen sich zumindest nicht stören und verschlangen gierig so viel Fleisch, wie sie konnten. Bei unserer letzten Sichtung vor einem Jahr waren sie recht scheu gewesen und so hielten wir auch an diesem Tag einen gebührenden Abstand, um sie nicht zu vertreiben. Dass die Raubkatzen trotz unserer Vorsicht ihre Mahlzeit nicht beenden konnten, spiegelte am Ende eines der typischen "Human-Wildlife"-Probleme der Region wider. Nachdem wir gut eine halbe Stunde alleine mit den Geparden waren und sie beim Fressen beobachtet hatten, erschien eine Herde Rinder, begleitet von einem Hirten und seinen Hunden. Natürlich waren der Hirte und erst recht seine Rinder und die Hunde illegal im Park. Nachdem die Geparden die Rinder wahrgenommen hatten, flüchteten sie recht schnell. Einer der drei Gepardenjungen verschlang noch hastig so viel Fleisch wie möglich und rannte dann auch davon. Kaum waren die Geparden verschwunden, stürzten sich die halbverwilderten Hunde des Hirten auf die Gepardenbeute. Mehrfach versuchten wir, die Hunde mit dem Land Cruiser von der Beute fernzuhalten, hatten aber keine Chance. Während wir einen Hund vertrieben, fraßen drei andere. Am Ende gaben wir auf und fuhren zurück zum Banda um selber zu frühstücken. Karsten hatte zwischenzeitlich schon mehrfach nachgefragt, ob er mit den Frühstückszeiten etwas falsch verstanden hatte. Als wir am Nachmittag nach dem Kadaver sahen, hatten die Hunde nur noch wenig von der Beute übrig gelassen und den Rest unter einen Busch gezerrt. Nachdem wir bei unserer letzten Abend- oder Nachtpirschfahrt eigentlich dachten, wir würden die Pirsch mit der Beobachtung der Löwen beenden, überraschte uns dann in der Dunkelheit völlig unerwartet eine Streifenhyäne, die vor unseren Augen den Zebrakadaver wegschleppte.
Nach vier Nächten in der Lumo Conservancy hatten Karsten und Christiane jede Menge Wild und Vögel sehen und beobachten dürfen und auch wir waren voll auf unsere Kosten gekommen. Die beiden schwarzen Servale, die im Verlauf unserer nächsten Safari noch eine Hauptrolle übernehmen sollten, sowie die nächtlichen Sichtungen der Stachelschweine und der Streifenhyäne waren auch für uns etwas ganz Besonderes gewesen. Christiane brachte es für die beiden auf einen Punkt: "Ich brauche nie wieder auf Safari, ich habe alles gesehen!" Natürlich hat man in der afrikanischen Wildnis nie alles gesehen, das war uns allen bewusst und deswegen fuhren wir ja wieder und wieder auf Safari. Aber wir freuten uns, dass sie ihre Zufriedenheit so ausdrückte. "Aber vielleicht kann ich euch ja mit der Chance auf einen Leoparden noch einmal in die Wildnis locken … Muss ja nicht wieder fast 30 Jahre dauern, bis ihr mitkommt, oder?", lachte ich und Petra und ich freuten uns, dass wir eine so schöne Zeit zusammen im Busch des Lumo, zwischen wilden Tieren und in einer atemberaubenden Landschaft erlebt hatten.
![]()
![]()
![]()
![]() ![]()
![]() ![]()
![]()
Boko Boko, Jumba Beach, Diani Beach, She Chale und jede Menge tierische Überraschungen Mit dem Glück der Tüchtigen entdeckten wir bei unserer Abreise aus den Leopards Lair Cottages nicht nur die noch fehlenden Lesser-Kudu-Weibchen, sondern beendeten witzigerweise die Safari, wie wir sie vor 16 Tagen in der Mara begonnen hatten. Wir entdeckten ein kleines Lappenchamäleon, welches vor einem Weißbrauenkuckuck flüchtete.
Nach dieser letzten Sichtung ging es dann via Voi, Mariakani und später Kaloleni runter zur Küste, wo wir zunächst Karsten und Christiane nach Hause brachten, dort einen vorerst letzten gemeinsamen Sundowner genossen und dann selber nach Hause ins Boko Boko fuhren. - Teil V - Boko Boko, Jumba Beach, Diani Beach, She Chale und jede Menge tierische Überraschungen (hier gehts weiter - continue!)
|